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Donnerstag, 6. September 2018

Eingemachte Paprika aus "Blaue Stunde" von Stevan Paul

In Stevan Pauls neuestem Buch "Blaue Stunde" habe ich das Gericht "Eingelegte Paprika mit Salamibrot" gefunden. So habe ich es auch zubereitet und serviert. Das Schöne an dem Rezept ist, dass man die Paprika nicht in einer Mini-Version machen kann und deshalb Vorrat hat. Ich liebe Vorrat, wenn er so fein schmeckt und mir sofort einfällt, wie er mir das Leben erleichtern kann. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir geplant, wieder eine Woche kulinarischen Badeurlaub in Nußdorf am Attersee zu machen. Das durften wir schon im Juni erleben und hatten im 1er Beisl grandiose Abendessen. Wenn sie Mittags geöffnet haben, hatten wir auch grandiose Mittagessen, aber an den anderen Tagen waren unsere Erfahrungen leider nicht so gut. Deshalb hatte ich damals schon die Idee, irgendwelche eingemachten Dinge für die Mittagspause am See mitzunehmen. Als erstes kamen die eingelegten Paprika auf die Liste.

Meine Rezension zum Buch, aus dem das Rezept stammt, könnt Ihr hier nachlesen.


Zu der Zeit, als ich dieses Rezept ausprobiert habe, habe ich Gemüse in unterschiedlichen Varianten eingemacht und auch Rezepte für pikant eingelegtes Obst ausprobiert. Von allen diesen eingemachten Gläsern hat uns der Sud von der eingemachten Paprika am besten gefallen. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, diesen auch anderweitig einzusetzen.

Zum endgültigen Gericht kommt man ganz einfach. Man bestreicht knusprige, dünne Baguette-Scheiben mit etwas Butter und belegt sie mit ungarischer Salami. Die Paprika kann man, je nach Größe der Brote, in Streifen schneiden und darauf geben. Schon ist es fertig.

Im Original werden Mini-Paprikas verwendet. Auf die Schnelle konnte ich nur kleine grüne Paprikaschoten bekommen, aber im Garten wuchsen gerade rote Spitzpaprika und hellgrüne Paprika heran. Da habe ich mich entschlossen diese zu nehmen und einfach etwas kleiner zu schneiden.



für ein 750 ml Glas

500 gr. Paprikaschoten unterschiedlicher Farbe
5 gr. Meersalz
5 Zweige Dill
5 Zweige Estragon
1 Knoblauchzehe
150 ml Weißweinessig
80 gr. Zucker
1 EL gelbe Senfsaat
1 TL Kümmel
1 Lorbeerblatt

zum Anrichten:
ungarische Salami
Baguette oder Weißbrot


Den Dill und den Estragon von den Stängeln zupfen. Die Paprikaschoten in Segmente schneiden und entkernen. Dann für 10 Minuten in kochendem Salzwasser blanchieren, in ein Sieb abgießen und abtropfen lassen. Noch heiß, abwechselnd mit Dill und Estragon, in das Glas schichten. 

Die Knoblauchzehe schälen und in dünne Scheiben schneiden. 

In einem Topf 150 ml Wasser, Knoblauchscheiben, Essig, Zucker, Senfsaat, Kümmel, Lorbeer und Salz aufkochen und eine Minute kochen lassen. Den Sud heiß über die Paprika im Einmachglas geben. Das Glas sofort mit dem Deckel verschließen.

Alles abkühlen lassen und das Glas im Kühlschrank aufbewahren. Es hält bis zu 14 Tage und schmeckt intensiver, je länger es durchzieht.





Sonntag, 9. April 2017

Zuckerschoten mit Pancetta und Minze aus Nomad von Daniel Humm und Will Guidara

Die größte Herausforderung ist oft die Einfachheit. Und genau darin liegt der Reiz der Rezepte von Daniel Humm in seinem aktuellen Kochbuch "Nomad". Bei uns gibt es öfters Zuckerschoten und wir kennen den feinen Eigengeschmack. Daniel Humm kombiniert sie mit Pancetta, Zwiebeln, Pecorino und Minze. Ich konnte mir das schon sehr gut vorstellen und war gespannt, wie es schmecken würde.

Beim Einkaufen war meine Sorge unbegründet, dass ich Pancetta nur in dünnen Scheiben bekommen würde. Im Frischeparadies hatten sie es am Stück. Dafür wäre ich beinahe an der Minze gescheitert. Irgendwie war an diesem Tag die Nachfrage sehr hoch und das Fach in der Kühlung leer. Der nette Mitarbeiter aus der Obst- und Gemüseabteilung zauberte aber noch einen Topf Minze herbei.

Angenehm für mich war es auch, dass sich der Arbeitsaufwand in Grenzen hielt. Sobald die Zuckerschoten geschnitten waren, erledigte sich der Rest beinahe im Handumdrehen.

Die Kombination aus dem Schweinefett und den knusprigen Grammeln, die aus der Pancetta gemacht werden, mit der Säure des Essigs und der Frische von Minze und Zuckerschoten ist ein großer Genuss. So einfach das Rezept erscheint, so grandios und komplex ist dann doch das Gericht.

Meine Rezension zu "Nomad" könnt Ihr hier nachlesen.


für 4 Personen

Zuckerschoten:
500 gr. Zuckerschoten

Die Spitzen der Zuckerschoten abschneiden und die Fäden ziehen. Danach längs in feine Streifen schneiden. Die Zuckerschoten in einer Schüssel mit einem feuchten Tuch abdecken und beiseite stellen.


Pancetta und Zwiebeln:
220 gr. Pancetta
1 große weiße Zwiebel

Den Pancetta in 6 mm große Würfel schneiden und bei mittlerer Hitze etwa 10 Minuten braten, dabei gelegentlich umrühren. Das Fett soll ausgelassen sein und die Würfel knusprig. Die Zwiebel schälen und ebenfalls in 6 mm große Würfel schneiden. Die Speckwürfel herausheben und auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Die Zwiebeln im verbliebenen Fett etwa 10 Minuten glasig dünsten. Die Zwiebel- und Speckwürfel in einer Schüssel mischen und auf Raumtemperatur abkühlen lassen.


Anrichten:
20 Minzeblätter
30 gr. Pecorino
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Meersalz
weißer Balsamico
Olivenöl

Die Minze in feine Streifen schneiden, den Pecorino mit dem Sparschäler in feine Streifen hobeln. Zuckerschoten, Pancetta-Zwiebel-Mischung, Minze und Pecorino in einer großen Schüssel vorsichtig mischen. Dabei einige Pecorinostreifen für die Deko aufheben. Aus Pfeffer, Salz, Balsamico und Olivenöl eine Vinaigrette rühren und die Zuckerschoten damit anmachen. Das Gemüse auf die Teller verteilen, mit Pecorino garnieren und noch mit etwas Pfeffer bestreuen.



Dienstag, 11. August 2015

Caprese-Frittata

Letztes Jahr hatte ich das unglaubliche Glück, drei Töpfe und eine Pfanne von All Clad zu gewinnen. Das ist ein hochwertiges Kochgeschirr aus USA und wird oft im Profi-Bereich verwendet. Ich habe mich deshalb so sehr darüber gefreut, weil ich durch den Umstieg auf Indie (meinen AEG-Induktionsherd) alle Töpfe und fast alle Pfannen weg geben musste. Sie waren leider dafür nicht geeignet. Obwohl sie über 20 Jahre alt und viel gebraucht waren, waren sie in Top-Zustand. Ich konnte sie auch nicht wegwerfen und habe sie erstmal 2 Jahre auf den Speicher gestellt. Glücklicherweise fanden sich dann neue Besitzer. Die Pfannen gingen an eine Blogger-Freundin und die Töpfe an die Arbeiterwohlfahrt, die sie für die vielen Flüchtlinge gut brauchen können.

Ich habe mir neue Töpfe angeschafft. Wieder Edelstahltöpfe mit Sandwich-Boden und wieder eine gute deutsche Marke. Leider sind sie nicht so gut, wie meine alten Töpfe. Aber die neuen Töpfe von All Clad, die entsprechen der Qualität meiner alten Töpfe und sie hatten genau die Größen, die mir noch gefehlt haben. Es war ein richtiger Glückstreffer.

Aktuell führt All Clad einen Rezeptwettbewerb durch, für den man sich bewerben musste. Zur Wahl standen eine kleine Pfanne und ein kleiner Topf. Genau diese Pfannengröße ist das letzte Teil, dass mir noch fehlt, um wieder so ausgestattet zu sein, wie früher. Selbstverständlich habe ich mich sofort um einen der 15 Plätze beworben. Kaum zu glauben, ich hatte schon wieder Glück und bin dabei. Die Aufgabe ist es, ein Gericht zu kochen und in der Pfanne zu servieren. Schon länger dachte ich über eine Frittata nach, mit den typischen Zutaten für Caprese: Tomaten, Mozzarella und Basilikum. Mir ist es auch wichtig, auf den Fotos nichts zu präsentieren, das nicht real ist und ich richte kein Essen in der Pfanne an. Aber, ich koche Essen in der Pfanne und stelle es so auf den Tisch. Deshalb gibt es bei mir eine Caprese-Frittata aus der All Clad-Pfanne und in der All Clad-Pfanne.

Bei so einfachen Gerichten gibt es eine wichtige Regel, die Zutaten müssen erstklassig sein. Die Tomaten und das Basilikum hatte ich im eigenen Garten. Heuer wächst unser Basilikum so gut, wie noch nie. Wir haben mehrere Sorten, ein kleinblättriges, ein Zitronenbasilikum, ein "Normales" und ein African Blue. Der Salat schmeckt aber auch mit nur einer Sorte.

Der Büffel-Mozzarella war bio und die Eier vom Bicklhof. Ich kaufe nur Eier vom Bicklhof, einem Demeterbetrieb. Die Legehühner dürfen dort frei herumlaufen und, was mir wichtig ist, die männlichen Küken werden nicht aussortiert und weggeworfen. Gerade bei Eiern reicht bio nicht. Es gibt inzwischen Hühnerrassen, bei denen man die "Jungs" als Bratgockel aufziehen kann. Deshalb bitte immer auf das "Zwei-Nutzungs-Huhn" achten.



Für eine All Clad-Pfanne mit 20 cm Durchmesser
das reicht als kleinen Snack für Zwei oder als vollständige Mahlzeit für Einen

5 Cocktailtomaten
1 EL Olivenöl
2 Eier
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
30 gr. Büffel-Mozzarella

1 Bund Basilikum
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Balsamiko
Olivenöl

Den Backofen auf 160 Grad vorheizen.

Die Cocktailtomaten halbieren und die Schnittflächen leicht mit Salz und Zucker würzen. Das Olivenöl in die Pfanne geben und erhitzen. Die Tomaten auf der Schnittfläche, bei mittlerer Hitze, anbraten, dann wenden.

Den Mozzarella in kleine Würfel schneiden. Die Eier verquirlen, salzen, pfeffern und die Mozzarellawürfelchen unterrühren. Die Eimasse in die Pfanne geben und schwenken, damit sie sich gut verteilt. Einige Basilikumblätter zerkleinern und auf die Eimasse streuen.

Die Pfanne bei 160 Grad in den Ofen stellen und diesen ausschalten. Warten, bis sich die Masse gestockt hat. Das kann bis zu 15 Minuten dauern.

In der Zwischenzeit die Basilikumblätter von den Stielen zupfen und aus Salz, Pfeffer, Balsamiko und Olivenöl eine cremige Vinaigrette rühren. Den Basilikumsalat erst damit anmachen, wenn die Pfanne aus dem Ofen kann.



Weshalb ich die All Clad-Pfanne so gerne mag? Weil es eine Edelstahlpfanne ist, in der, bei sachgemäßer Anwendung, nichts anklebt. Auch die Frittata löst sich ganz von alleine vom Pfannenboden.


Montag, 16. Juni 2014

Holger Stromberg - Das Kochbuch der Nationalmannschaft
Gewürz-Edamame und Knuspernüsse

Wahrscheinlich glaubt mir das niemand, aber mit diesen Knuspermandeln stehe ich total auf Kriegsfuß. Ich habe sie schon nach einigen Rezepten ausprobiert und sie haben niemals funktioniert. Meist hatte ich am Schluss eine undefinierbare Pampe oder völlig unknusprige Mandeln. Jetzt wollte ich es endlich wissen und hatte großes Vertrauen in das Rezept von Holger Stromberg aus dem Kochbuch der Nationalmannschaft.

Damit die Mandeln nicht so alleine sind, wollte ich auch gleich noch die Edamame dazu machen. Im Buch werden beide auf der gleichen Seite vorgestellt, also müssen sie doch auch zusammen passen. Gerade zum Knabbern bei aufregenden Fernsehsendungen kann ich mir die besonders gut vorstellen. Egal, ob Fußballspiel oder Tatort.

Bei den Edamame war ich mir unsicher, ob man die nicht vorher noch puhlen sollte und habe lieber mal bei Holger nachgefragt. Er erklärte mir, dass man die Edamame mit der Schale mariniert und gart. Dann werden sie gezuzelt, so ähnlich wie eine Weißwurst. Lustigerweise schaute mir meine neue Nachbarin beim Fotografieren im Garten zu und fragte gleich, wo ich die Bohnen her habe. Als Taiwanesin freut sie sich natürlich über alle heimischen Zutaten und als ich ihr die Edamame zum probieren angeboten habe, steckte sie sie in den Mund und zuzelte. Da hätte ich auch gleich sie fragen können :-)

Beide Knabbereien brauchen ein bisserl Zeit, besonders die Mandeln sollte man nicht alleine lassen, aber sie sind einfach herzustellen und können gut vorbereitet werden. Zum ersten Mal waren die Mandeln genauso, wie ich sie haben wollte und das Aroma hat mich auch begeistert.





Edamame:
200 gr. Edamame (TK im Asia-Laden)
1 EL Olivenöl
1/2 TL Chilipulver
1/2 TL Meersalz
1/2 TL Cumin gemahlen
1/4 TL Paprikapulver - Rosenpaprika
1/4 TL schwarzer Pfeffer aus der Mühle
ein paar Basilikumblätter

Die Edamame auftauen und abtropfen lassen. Den Backofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Das Basilikum in feine Streifen schneiden. Alle Gewürze und das Basilikum in einer Schüssel mit dem Olivenöl zu einer Gewürzmischung vermengen. Edamame mit der Gewürzmischung gut vermischen, in eine ofenfeste Form geben und bei 175 Grad 15 Minuten im Backofen backen.


Knuspernüsse:
120 gr. Mandeln mit Schale
2 Thymianstängel
2 Zitronengrasstängel
1 Knoblauchzehe
1 Ingwerstück, ca. 1/2 Daumen groß
160 gr. Rohrzucker

Die Thymianblätter abzupfen, die Knoblauchzehe andrücken, das Zitronengras mit dem Messerrücken aufschlagen und halbieren, den Ingwer schälen und sehr fein würfeln.

Alle Zutaten mit 240 ml Wasser in eine beschichtete Pfanne geben und bei mittlerer Hitze heiß werden lassen. Bei meinem AEG-Induktionsherd funktioniert das perfekt auf Stufe 8. Alles sollte sanft vor sich hin köcheln, bis das Wasser verdampft und der Zucker kristallisiert ist (dauert ca. 30 Minuten).

Dann die Nüsse zum Auskühlen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und  möglichst flach verteilen. Dies funktioniert gut mit einer Gummilippe. Wenn sie zusammenkleben, kann man sie ausgekühlt auch noch auseinander brechen. Die Zitronengrasstängel und die Knoblauchzehe entfernen. Dies unbedingt mit einer Pinzette oder Gabel machen, da der Zucker sehr heiß ist.



Eine Inspiration aus dem Kochbuch der Nationalmannschaft von Holger Stromberg.
Hier geht es zur Rezension.


Besonders gerne knabbert Karin von Lisbeths zum Tatort und
deshalb stelle ich ihr gerne diese beiden Tellerchen hin.




Nur knabbern ist natürlich zuwenig und für erschrockene Tatort-Seher und begeisterte Fußball-Fans darf es natürlich auch noch ein Prickelwasser sein. Bei uns gab es dazu den fein-perligen Prosecco Brut vom Weingut Desiderio Jeio der Familie Bisol in Valdobbiadene.