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Sonntag, 15. Oktober 2017

Gebratene Wachteln, Labneh, Kohlrabi, Granatapfel und Dill aus Koch doch einfach! von Clare Lattin und Tom Hill

Dieses Gericht habe ich für meine Rezension von "Koch doch einfach!" ausgewählt, weil es alles hat, was ich gerne esse. Kohlrabi gehört zu meinen absoluten Lieblingsgemüsen und ich habe hier eine neue und sehr schmackhafte Zubereitung kennen gelernt, die ich noch öfter machen werde. Allerdings liebäugle ich sehr stark damit, das Gemüse beim nächsten Mal zu raspeln, statt zu hobeln. Dann könnte man auch die Granatapfelkerne besser integrieren.

Wachteln bereite ich gerne zu. Meistens zerlege ich sie in Brust und Keulen. Die Verarbeitung im Ganzen, so ähnlich wie ein Platthuhn, hat auch seine Reize. Das absolute Highlight sind allerdings die kleinen Bällchen aus Joghurt. Sie heißen Labneh und stammen aus der arabischen Küche. Ich habe einige Rezepte dafür und bereite sie seit vielen Jahren zu. Das Hauptproblem ist, dass sei beim Einlegen in Öl aneinander kleben und man sie nicht mehr als einzelne Bällchen auf den Teller bekommt.

In allen Rezepten wird die Zubereitung so beschrieben, dass man die Bällchen in ein Gefäß gibt und dann mit Öl aufgießt. Das funktioniert leider nicht. Diesmal hatte ich eine wirklich gute Idee. Ich habe zuerst das Öl eingefüllt und dann die Bällchen darin eingelegt. Damit legt sich ein Ölfilm um sie und sie kleben nicht mehr.

Meine Rezension könnt Ihr hier nachlesen.


für 4 Personen

4 Wachteln, küchenfertig
Olivenöl
1 Granatapfel
2 kleine Kohlrabi
1 TL getrocknete Chiliflocken
1 Bio-Zitrone
4 Stängel Dill
Labneh
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Den Deckel des Granatapfels abschneiden und ihn dann in Segmente brechen. Die einzelnen Kerne auslösen.

Die Kohlrabi schälen und in feine Scheiben hobeln. Die Schale der Zitrone fein abreiben und den Saft auspressen. Die Dillspitzen abzupfen. Aus der Hälfte des Zitronensafts, der Zitronenschale, den Chiliflocken, den Dillspitzen, Salz und Pfeffer eine Vinaigrette rühren und die Kohlrabischeiben damit marinieren.

Die Wachteln mit dem Rücken nach oben auf eine Schneidebrett legen. Mit einem scharfen Messer links und rechts vom Rückrat durchschneiden und dies entfernen. Mit der flachen Hand, die Wachtel nach unten drücken, damit die Brust flach aufliegt. Die Wachteln mit Olivenöl einreiben und mit Salz und Pfeffer würzen. Eine Grillpfanne stark erhitzen, bis sie raucht und die Wachteln mit der Hautseite nach unten einlegen. Die Hitze etwas reduzieren und die Wachteln für ca. 5 Minuten braten - dabei nach unten drücken. Dann auf die Fleischseite wenden und nochmal für ca. 5 Minuten braten. Die Pfanne vom Herd nehmen und die Wachteln etwas ruhen lassen.

Die Wachteln mit Olivenöl und Zitronensaft beträufeln und mit Kohlrabi, Labneh und Granatapfeln anrichten. Evtl. mit Dillspitzen garnieren. Alles mit etwas Salz bestreuen.


Labneh:
500 gr. griechischer Joghurt
1 TL Meersalz
2 Stängel Minze
4 Stängel Petersilie
3 Stängel Zitronenthymian
(oder andere Kräuter...)
1 Knoblauchzehe
1 Frühlingszwiebel
Olivenöl

Den Joghurt mit dem Salz mischen. Ein Sieb mit einem Passiertuch auslegen und die Masse darauf geben und das Tuch oben zusammen drehen. Eine Schüssel darunter geben und so für drei Tage in den Kühlschrank zum abtropfen geben. Dabei täglich das ausgetretene Wasser abgießen.

In ein großes Vorratsglas Olivenöl geben. Den Knoblauch schälen und in feine Scheiben schneiden. Die Frühlingszwiebel ebenfalls in feine Scheiben schneiden. Alle Kräuterblätter abzupfen und in breite Streifen schneiden. Alles in das Öl geben.

Die Hände mit kaltem Wasser benetzen und aus der festen Joghurtmasse kleine Bällchen drehen und in das Öl einlegen. Falls nicht alle Bällchen vom Öl bedeckt sind, etwas Öl nachgießen.

Je länger der Labneh im Kräuteröl liegt, desto besser schmeckt er. Eine Woche Reifezeit ist ideal.


Freitag, 13. Oktober 2017

Wintergemüse, Tahini-Joghurt, Freekeh und gegrillte Zitronen aus Koch doch einfach! von Clare Lattin und Tom Hill

Bei diesem Gericht habe ich eine der Hauptkomponenten geändert und zwei wunderbare Dinge gelernt. Freekeh ist Grünweizen und leider glutenhaltig. Ich habe stattdessen einfach Hirse gekocht. Sie funktioniert genauso und ist ebenfalls eine mächtige Sättigungsbeilage.

Der Tahini-Joghurt war der Beste, den ich jemals gegessen habe. Besonders gut gefallen hat mir, dass man das Tahin mit Zitronensaft glatt rührt und dann erst unter den Joghurt mischt. Das sorgt für eine frische Säure und vermeidet Klumpen. Zweiter Vorteil dieses Rezepts, in den Joghurt kommen auch noch gerösteter Koriander und Schwarzkümmel.

Die gegrillte Zitrone war hinterher unglaublich saftig und hatte ein sehr schönes Säure-Süße-Spiel. Das kommt vom Karamellisieren in der Grillpfanne. Toller Effekt, der wenig Arbeit macht. Das sollte man sich merken und auch bei anderen Gerichten einsetzen.

Das Gemüse, das mit den bereits erwähnten Komponenten so schön in Szene gesetzt wird, macht wenig Mühe - einfach in Salzwasser bissfest blanchieren. Ich habe die angegebene Menge für 4 Personen gekocht. So gab es am zweiten Tag ein schnelles Essen aus Resten und ich habe festgestellt, dass es kalt ebenfalls sehr gut schmeckt.

Dieses Rezept ist typisch für die Küche von Clare Lattin und Tom Hill. Sie betreiben in London das Restaurant Ducksoup und legen Wert auf beste Zutaten, die sie ohne große Umstände auf den Teller bringen. Ihr "Ducksoup Cookbook" ist erfreulicherweise nun beim Knesebeck Verlag auf Deutsch erschienen und trägt den Titel "Koch doch einfach!"

Meine Rezension könnt Ihr hier nachlesen.




für 4 Personen

75 gr. Goldhirse
2 Bio-Zitronen
300 gr. wilder Brokkoli (oder normaler Brokkoli)
200 gr. Schwarzkohl (oder Grünkohl)
Olivenöl
Meersalz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Die Schwarzkohlblätter vierteln, den Brokkoli putzen. Den restlichen Stunk kann man schälen, in feine Scheiben schneiden, mit Salz und Olivenöl marinieren und als Deko verwenden.

175 ml Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, salzen und die Hirse einstreuen. Bei mittlerer Hitze ca. 10 Minuten kochen, bis das Wasser verkocht ist. Den Topf vom Herd nehmen und die Hirse ziehen lassen.

In der Zwischenzeit in einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen und das Gemüse für ca. 2 Minuten kurz blanchieren, abgießen und abtropfen lassen.

Die Zitronen halbieren und in einer Grillpfanne für ca. 5 Minuten karamellisieren lassen.

Anrichten:
Das Gemüse auf Teller geben, von der Hirse Nocken abstechen. Den Tahini-Joghurt anrichten und mit den Brokkolistielen garnieren. Eine Zitronenhälfte auf den Teller geben und alles mit Olivenöl beträufeln und Salz und Pfeffer würzen.


Tahini-Joghurt:
1 TL Korianderkörner
1 TL Schwarzkümmel
Zitronensaft
25 gr. Tahinipaste
250 gr. griechischer Joghurt
1 kleine Knoblauchzehe
25 ml Olivenöl
1 Prise Meersalz

Den Koriander grob mörsern und mit dem Schwarzkümmel in einer trockenen Pfanne rösten, bis die Gewürze duften. Den Knoblauch schälen und in sehr feine Würfel schneiden. Das Tahini mit Zitronensaft zu einer dickflüssigen Masse verrühren.

Gewürze, Knoblauch, Tahini und Olivenöl mit dem Joghurt gut verrühren, mit Salz würzen. Der Tahini-Joghurt hält sich abgedeckt im Kühlschrank für ca. 5 Tage und kann vorbereitet werden.



Mittwoch, 11. Oktober 2017

Rezension: Koch doch einfach! von Clare Lattin und Tom Hill, Rezepte aus dem Londoner Restaurant Ducksoup

Im Mai verbrachten wir eine sehr schöne Woche in Irland. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich noch keine Zeile darüber berichtet habe und das hoffentlich bald ändern kann. Zu den Highlights gehörte der Besuch des Ballymaloe Lit Festivals. Dort trafen wir Clare Lattin und Tom Hill bei ihrer Koch-Demonstration. Wir vom guten Geschmack ihrer Gerichte und der einfachen Zubereitung sehr angetan. Ihr "Ducksoup Cookbook" kam als Urlaubs-Souvenir mit nach Hause. Bereits damals spielte ich mit dem Gedanken, es hier vorzustellen. Zufällig entdeckte ich in der Verlagsvorschau von Knesebeck, dass sie die deutsche Lizenz "Koch doch einfach!" veröffentlichen. Jetzt stand einer Rezension nichts mehr im Wege.


Clare Lattin kommt eigentlich aus der Buchbranche und eine ihrer beruflichen Stationen war die Leitung der Presseabteilung für Kochbücher eines Verlagshauses. Sie beschäftigte sich in diesen 10 Jahren auch sehr intensiv mit der Restaurantszene und wurde zu einer leidenschaftlichen Hobbyköchin. Tom Hill liebte bereits als Kind die Arbeit in der Küche und wurde Profikoch. Gemeinsam betreiben sie seit September 2011 im Londoner Stadtteil Soho das Restaurant Ducksoup. Leider war ich noch nicht dort, aber es steht ganz oben auf meiner Liste, wenn ich wieder einmal nach London komme. Meine Bloggerfreundin Petra hat es schon besucht und auf ihrem Blog "Der Mut Anderer" davon berichtet.

Es ist für mich eine Premiere die englische Originalausgabe mit der deutschen Lizenzausgabe zu vergleichen. Schon beim Cover fällt auf, wie nah man sich an das Original gehalten hat. Sogar die Haptik mit der Leinenstruktur ist gleich. Ich darf es bereits vorweg nehmen, der größte Unterschied ist das Lesebändchen. Wie auf dem Foto zu sehen ist es breit und goldgelb. Das Original ist schmal und dunkelblau. Aus den Diskussionen mit Kochbuch-Liebhabern ist mir bekannt, dass oft das Original bevorzugt wird. Deshalb habe ich genau hingesehen und einige Seiten und Rezepte hintereinander aus beiden Büchern gelesen und verglichen. Die übersetzten Texte haben mir ausgezeichnet gefallen, da sie keine reine word-by-word-translation sind, sondern in angenehmer und gut zu lesender deutscher Sprache sind, ohne den Sinn des Textes zu verändern oder etwas wegzulassen. Die Anordnung von Fotos und Texten, sogar der Schrifttyp sind identisch. Die Fotos im deutschen Buch erscheinen mir etwas strahlender und gefallen mir sogar besser. Auch preislich spricht alles für die deutsche Ausgabe - ich habe für das englische in Irland 32 Euro bezahlt. Somit kostete es rund 2 Euro mehr.

Clare Lattin und Tom Hill bei ihrer Koch-Demonstration beim Ballymaloe Lit Festival 2017. Moderiert wurde dies
von der wunderbaren Darina Allen (links im Bild)

Dies sind einige Gerichte aus dem Kochbuch, die sie kochten. Bei den Koch-Veranstaltungen von Ballymaloe
werden die Gerichte auf der Bühne in einer kleinen Menge gekocht, damit man jeden Arbeitsschritt sehen kann.
Im Hintergrund kochen die Lehrer und Schüler der Ballymaloe Cookery School alle Gerichte in einer großen
Menge und jeder Zuschauer bekommt eine Probeportion von jedem Gericht. Daher weiß ich, wie gut es
geschmeckt hat.

Im Vorwort erklärt Clare Lattin ihre Koch-Philosophie und wie sie auf Reisen Lieblings-Zutaten und -Gerichte entdeckt hat, die sie für das Restaurant übernommen hat. Zwischen Vorwort und dem "Ducksoup Vorratsschrank" verstecken sich zwei Seiten, die sehr lesenswert sind, da sie wichtige Hinweise zum Kochen und zum Umgang mit den Rezepten geben.

Wer zur nicht seltenen Spezies der "Kochbuch-Käufer-und-dann-ärgern-weil-man-nichts-ausprobiert" gehört, kann diese Falle bereits mit den kurzen Erläuterungen zu "Unbehandelte Zitronen", "Nüsse" und "Griechischer Joghurt" umgehen. Bereits an dieser Stelle wurde mir klar, dass mir diese Küche deshalb so gut gefällt, da sie meiner Art im Alltag schnell zu kochen entspricht. Einiges, was da beschrieben wurde, mache ich seit Jahren genauso und trotzdem habe ich Neues gelernt und übernommen, wie die gegrillte Zitrone. Im Vorratsschrank stehen noch viel mehr Küchenschätze, die ich noch in Ruhe studieren werde.

Die Rezeptkapitel sind überschrieben mit:
- Schnelle Küche
- Vom Herd
- Etwas aufwändiger
- Mit Muße gekocht
- Nachspeisen
- Konservieren
- Getränke

Das Kapitel "Getränke" ist klein, aber sehr interessant, da die Herstellung von selbstgemachten Shrubs und Trinkessigen beschrieben wird. Im Kapitel "Konservieren" finden sich nicht nur Rezepte, sondern auch die Grundlagen-Beschreibung zu Einlegen, Fermentieren, Einsalzen und Pökeln. In allen anderen Kapiteln sind Gerichte mit Fisch, Fleisch oder vegetarisch zu finden. Auch bei der "Schnellen Küche" sind raffinierte Rezepte dabei, die man durchaus auch für Gäste auf den Tisch bringen kann.

Jedes Rezept hat einen Einleitungstext, der auf die Besonderheiten hinweist. Angegeben werden die Personenanzahl, die Zutatenliste und die Zubereitungsanleitung. Die meisten Rezepte haben auch ein Rezeptbild. Dafür muss man manchmal etwas blättern, weil es ein paar Seiten davor oder danach abgebildet ist. Die Texte sind sehr gut erklärt und man kann problemlos nachkochen.

Am Ende des Buchs gibt es noch Hinweise zur notwendigen Küchenausstattung. Sehr begeistert hat mich das umfangreiche alphabetische Register. Dort werden Zutaten aufgelistet und darunter stehen alle Gerichte, die man damit kochen kann. So macht ein Register Sinn und ein Kochbuch wird wirklich zu einem "guten Freund", das man immer in die Hand nimmt, wenn man eine Zutat hat und keine Idee zur Zubereitung.

Was habe ich gekocht und warum? Ich habe einfach im Buch geblättert und mich für die ersten zwei Rezepte entschieden, die mich am meisten "angelacht" hatten und die Zutaten aktuell erhältlich waren. Dann habe ich mich "gezwungen" mal wieder ein Dessert zu machen, da ich wirklich zu wenig davon hier vorstelle. Bei den beiden pikanten Gerichten war es notwendig auch noch zwei Rezepte aus dem "Vorratsschrank" zuzubereiten. Sowohl Tahini-Joghurt, als auch Labneh kenne ich gut und mache es seit Jahren. Der Tahini-Joghurt wurde ganz anders zubereitet, als ich es bisher gemacht habe und hat mir ausgezeichnet geschmeckt. Das werde ich künftig als Standard-Rezept übernehmen. Alle Gerichte habe ich in der angegebenen Menge gemacht und hatte so Reste für einen zweiten Tag. Das empfanden wir als besonders angenehm, da blitzschnell gutes Essen auf dem Tisch stand. Alle Gerichte haben auch kalt ausgezeichnet geschmeckt.


Wintergemüse, Tahini-Joghurt, Freekeh und gegrillte Zitronen

















Gebratene Wachteln, Labneh, Kohlrabi, Granatapfel und Dill


Gebratene Birnen, Mascarponecreme und Walnusskrokant













Fazit:

"Koch doch einfach!" von Clare Lattin und Tom Hill legt den Fokus auf sehr gute Zutaten und die richtige Methode, sie zuzubereiten. Die Rezepte des Restaurants Ducksoup zeigen, weshalb die ganze Welt auf die Londoner Gastronomie-Szene schaut. Trotzdem sind die Gerichte auf keinen Fall abgehoben und können in einer normal ausgestatteten Haushalts-Küche zubereitet werden. Da neben kreativen Rezept-Ideen auch Grundlagen erläutert werden, ist es für erfahrene Hobbyköche genauso geeignet, wie für Kochbegeisterte mit weniger Erfahrung. Das ist ein Kochbuch, das man in der Küche liegen und nicht im Regal verstauben lässt.