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Sonntag, 6. Mai 2018

Brathähnchen de Luxe mit Kartoffelstampf

Obwohl ich regelmäßig ein ganzes Huhn esse, brate ich es kaum im Ganzen. Ich löse Brüste und Keulen aus und bereite sie separat zu. Aus der Karkasse koche ich eine Brühe und dann löse ich das restliche Fleisch vom Rücken aus und mache einen Salat daraus. Ich esse Hühnerfleisch sehr gerne bei einem Rezept für Brathähnchen de Luxe werde ich natürlich schwach. Für mich ist ein gutes Bio-Huhn sowieso schon Luxus und Tarik Rose setzt da noch eins drauf und serviert es mit Kartoffelstampf und einem Topping aus Champignons, Speck, Schalotten und Petersilie. Damit die zarte Brust beim Braten geschützt wird, kommt eine Würzbutter mit Rosmarin und Zitronenabrieb unter die Haut.

Das Schöne an seinem Rezept aus seinem ersten Kochbuch "Tarik kocht dich fit" ist, dass man das Topping und den Stampf nebenbei machen kann, während das Huhn im Ofen ist.

Meine Rezension könnt Ihr hier nachlesen.




Bei vier Essern am Tisch empfiehlt es sich, das Huhn in der Küche zu tranchieren. Wenn man es möglichst gerecht aufteilen möchte, dann löst man die beiden Keulen und Brüste aus. Die Brüste kann man einfach halbieren und auch die Keulen lassen sich am Gelenk nochmals trennen. So hat jeder beide Fleischsorten auf dem Teller.




für 4 Personen


1 Bio-Brathähnchen
1 Zweig Rosmarin
1 TL Butter
abgeriebene Schale von 1 Bio-Zitrone
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Meersalz

Den Backofen auf 160 Grad Umluft vorheizen. Die Nadeln des Rosmarin abzupfen und fein hacken. Die Schale der Zitrone fein abreiben. Rosmarin und Zitronenschale mit der Butter vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Haut des Hähnchens an der Brust mit den Fingern leicht ablösen und etwas Rosmarin-Zitronen-Butter darunterschieben. Das Hähnchen außen mit Meersalz und Pfeffer würzen. Die Keulen mit Küchengarn zusammenbinden, damit die Würzbutter beim Braten nicht so leicht austreten kann.

Das Hähnchen auf ein Gitter legen und eine Auffangschale darunter legen. Im vorgeheizten Ofen auf der mittleren Schiene zunächst 30 Minuten garen.

Nach 30 Minuten Garzeit die Temperatur auf 200 Grad Umluft erhöhen. Das Hähnchen weitere 15 – 20 Minuten garen, dabei mit dem aufgefangenen Bratensaft ungefähr alle 5 Minuten bestreichen.

1 kg festkochende Kartoffeln
Meersalz
6 EL Olivenöl
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Die Kartoffeln schälen und über Salzwasser in etwa 25 Minuten weich dämpfen. Kurz ausdampfen lassen und durch die Kartoffelpresse drücken. Das Olivenöl hinzufügen und mit Salz und Pfeffer würzen. Vorsichtig umrühren und vermengen.

200 gr. braune Champignons
2 Schalotten
1 EL Olivenöl
50 gr. fettarme Schinkenspeckwürfel
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
3 Stiele Petersilie

Die Pilze putzen und vierteln. Schalotten schälen und in feine Würfel schneiden. Die Petersilienblätter abzupfen und in feine Streifen schneiden. Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Schalotten und Speck darin bei mittlerer Hitze andünsten. Die Pilze dazugeben und anbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Petersilie darüber streuen.



Freitag, 4. Mai 2018

Gebratener Skrei mit Kürbis-Rosenkohl-Curry

Immer wenn die Skrei-Saison startet, habe ich den Eindruck, dass kein anderer Fisch mehr in unsere Küchen kommt. Nur ich bin immer zu spät dran. Bis ich mir überlegt habe, was ich damit machen könnte, ist die kurze Zeit des Winter-Kabeljaus vorbei. Heuer sollte mir das nicht passieren, weil ich rechtzeitig dieses Rezept aus dem ersten Kochbuch von Tarik Rose "Tarik kocht dich fit".

Dafür war ich zu spät dran für die Steckrübe, mit der Tarik das Curry vorstellt. Alternativ habe ich mich für einen Butternut-Kürbis entschieden und einfach die Garzeit etwas verkürzt. Das hat super gepasst und super geschmeckt. Bei Tarik gibt es dazu noch ein Petersilien-Walnuss-Pesto. Da ich Walnüsse, Petersilie und Parmesan daheim habe, konnte ich noch ein schnelles Pesto dazu machen. Optisch sieht es hübsch aus, geschmacklich kommt das Curry auch gut ohne aus.

Meine Rezension könnt Ihr hier nachlesen.




für 4 Personen


800 gr. Butternut-Kürbis
500 gr. Rosenkohl
4 Schalotten
3 Knoblauchzehen
2 EL Olivenöl
½ EL Currypaste
2 TL Currypulver
600 ml Kokosmilch
2 Stängel Zitronengras
1 haselnussgroßes Stück Ingwer
Meersalz
Zucker
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Den Kürbis schälen, entkernen und in mittelgroße Würfel schneiden, mit etwas Salz und Zucker marinieren und ziehen lassen. Den Rosenkohl in Blättchen zerteilen. Den kleinen Kern, der übrig bleibt, halbieren und unter die Kürbiswürfel mischen. Schalotten und Knoblauch schälen und in dünne Scheiben schneiden.

In einem großen Topf das Olivenöl erhitzen und Schalotten und Knoblauch darin bei mittlerer Hitze anschwitzen. Dann die Kürbiswürfel und die Rosenkohlhälften zugeben und ebenfalls anschwitzen. Currypaste und - pulver dazugeben und kurz mitrösten lassen. Nach etwa 5 Minuten die Kokosmilch angießen und alles bei schwacher Hitze weitere 10 Minuten köcheln lassen.

In der Zwischenzeit das Zitronengras in feine Ringe schneiden, den Ingwer schälen und fein würfeln. Beides zum Gemüse geben. Die Temperatur reduzieren und alles bei ganz schwacher Hitze weitere 10 – 15 Minuten ziehen lassen. Kurz vor dem Servieren die Rosenkohlblätter unterheben und zugedeckt 3 – 4 Minuten mit ziehen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

4 Skreifilets mit Haut
Meersalz
1 – 2 EL Olivenöl
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Den Fisch auf Gräten prüfen und ggf. ziehen. Eine beschichtete Pfanne erhitzen. Die Haut des Fisches einritzen, mit Salz würzen und etwas Olivenöl beträufeln. Für 5 Minuten ziehen lassen. Dann den Fisch auf der Hautseite bei starker Hitze 2 Minuten braten. Danach die Temperatur reduzieren und den Fisch bei schwacher bis mittlerer Hitze weitere 4 - 6 Minuten braten. Parallel die Fleischseite mit Salz würzen und Olivenöl beträufeln. Dann wenden und eine Minute auf der Fleischseite ziehen lassen, mit Pfeffer würzen.
Das Curry auf Schalen oder tiefe Teller verteilen und den Fisch mit der Hautseite nach oben darauf anrichten. Dazu passt ein Petersilien-Walnuss-Pesto.



Mittwoch, 2. Mai 2018

Gemüseblätter mit Büffelmozzarella von Tarik Rose

Wahrscheinlich geht das jedem so, bei Mozzarella denke ich sofort an Tomaten, Basilikum und Olivenöl und bin damit automatisch im Sommer. Das hat zur Folge, dass in den drei anderen Jahreszeiten kaum Mozzarella auf den Tisch kommt. Dabei muss man nur mal diesen Zutaten-Reflex überwinden und schon eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten.

Dieses Rezept von Tarik Rose aus seinem ersten Kochbuch "Tarik kocht Dich fit" passt gut in die kalte Jahreszeit, da es winterliche Gemüse zum Käse kombiniert. Die Gemüseblätter sind dünne Scheiben von Wurzelgemüse und Blattgemüse. Dabei zählt Tarik viele Alternativen auf, falls man die im Rezept angegebenen Sorten nicht bekommt. So habe ich es auch gemacht und einiges ausgetauscht. Man kann es als grundsätzliche Inspiration eines bunten Winter-Gemüse-Mix verstehen und dazu einen abgeflämmten Mozzarella servieren. Bei uns gab es am nächsten Tag noch genug Reste vom Gemüse, und einfach ein Steak dazu. Das passt auch sehr gut.

Meine Rezension zu "Tarik kocht Dich fit" könnt Ihr hier nachlesen.




für 4 Personen

4 Schalotten
5 verschieden farbige Karotten
150 gr. Topinambur
150 gr. wilder Brokkoli
1 Bund Cima di Rape
Olivenöl
2 TL Honig
Meersalz
Zucker
Pfeffer aus der Mühle

Die Karotten und die Topinambur schälen und schräg in dünne Scheiben schneiden. Den Brokkoli in kleine Röschen trennen und die Stiele in Stücke schneiden. Vom Cima die Rape die Blätter abtrennen und in Streifen schneiden. Die Stiele schräg in Scheiben schneiden. Das Gemüse mit Salz und Zucker würzen und etwas ziehen lassen.

Die Schalotten schälen und fein würfeln. Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und die Schalottenwürfel bei mittlerer Hitze darin glasig dünsten. Das Gemüse zugeben und kurz mitdünsten, damit es bissfest bleibt. Mit Honig, Salz und Pfeffer abschmecken.

4 Büffelmozzarella
1 kleine Knoblauchzehe
1-2 EL Olivenöl
Meersalz
1 EL brauner Zucker
3 - 4 Stiele Thymian
Pfeffer aus der Mühle

Den Mozzarella aus der Lake nehmen und mit Küchenpapaier trocken tupfen. Den Knoblauch schälen und fein würfeln und mit Olivenöl und Salz vermengen. Den Mozzarella darin rundum wenden und etwa 5 Minuten marinieren lassen.

Die Thymianblättchen von den Stielen zupfen und fein hacken. Den Zucker auf einem flachen Teller ausbreiten und den Mozzarella darin eintauchen und anschließend abflämmen. Mit Thymian bestreuen und Pfeffer darüber mahlen.

Das Gemüse auf Tellern verteilen und den Mozzarella aufsetzen.





Montag, 30. April 2018

Rezension: Tarik kocht Dich fit von Tarik Rose

Tarik Rose habe ich vor ein paar Jahren beim Chef's Table auf der Genussmesse Gustav in Bregenz kennengelernt. Seitdem treffen wir uns immer wieder einmal bei kulinarischen Veranstaltungen und wenn wir in Hamburg sind, gehen wir bei ihm essen. Sein Restaurant Engel liegt auf der Landeanlage Teufelsbrück und vermittelt somit das perfekte Hamburg-Feeling. Seine frische Marktküche schmeckt und die Karte hält immer interessante Gerichte bereit. Wenn draußen die großen Schiffe vorbei ziehen, dann ist das für uns etwas ganz besonders. Die Mischung aus guter Küche, Ambiente und besonderer Lage ist Garant für einen schönen Abend. Nun hat Tarik sein erstes Kochbuch veröffentlicht: "Tarik kocht Dich fit".



Tarik Rose, sein Name kommt aus Libyen, aber er kommt aus Kiel. Sobald man ihn sprechen hört, weiß man, dass da ein echtes Nordlicht vor einem steht und so sieht er sich auch. Die Leidenschaft für das Kochen verdankt er seinem Großvater, der bereits mit dem Enkel gemeinsam am Herd stand. Das befähigte ihn schon in jungen Jahren als Pizzabäcker und Tellerwäscher zu arbeiten. Der Berufswunsch Koch stand früh fest und er absolvierte die Ausbildung im Restaurant Fayence in seiner Heimatstadt. 2004 wurde er Küchenchef bei Christian Rach im Restaurant Engel, Hamburg. Vor zwei Jahren konnte er das Restaurant übernehmen und ist nun sein eigener Chef. Parallel dazu kamen die Fernsehauftritte. Er ist zu sehen bei den Beef Buddies, in der Küchenschlacht, bei Mein Nachmittag und seinem eigenen Format.

"Iss besser! - Tarik kocht Dich fit" lautet der Name von Tariks Kochsendung im NDR. Der Titel seines Kochbuches "Tarik kocht Dich fit" ist eine Anlehnung an das Fernsehformat und hat bei mir zuerst eine Assoziation von Smoothies, Superfood und Müsli ausgelöst. Dabei trifft "iss besser" genau die Philosophie von Tarik gute, auch gerne bodenständige, Gerichte zu kochen und dabei auf die beste Qualität der Lebensmittel zu achten. In diesem Stil ist auch sein Kochbuch und fällt damit in die bei mir so beliebte Kategorie der gepflegten Alltagsküche. Schließlich glaube ich fest daran, dass wer besser isst auch fit wird.

Die Struktur der Rezeptkapitel entspricht dem, was man im Alltag so braucht: Frühstück und je nach Vorlieben eine Mahlzeit mit Fisch, Fleisch und Vegetarisch. Auch an die Dessertliebhaber wurde gedacht. Die Titel lesen sich sympathisch nordisch, so wie Tarik eben ist.
Weckerklingeln - Kraftfutter für den Tag
Grünfutter - Vegetarisches für jede Gelegenheit
Fischkoppküche - Frisches aus dem Wasser
Fleischeslust - Bewusster Genuss von der Weide
Sündhaft gut - Süßes für die Seele

Mir gefällt die Mischung der Gerichte. Da ist von bodenständigen Klassikern bis zu frischen neuen Ideen alles dabei. Sogar in meinem "Angstkapitel" zum Frühstück sind Vorschläge dabei, wie Ei im Glas mit Schnittlauch und Parmesan oder selbst gebeizter Lachs mit roh mariniertem Fenchel, die ich gerne zubereiten und essen würde. Jedes Rezept wird auf einer Doppelseite vorgestellt. Eine Seite ist dem Rezeptbild vorbehalten und auf der Seite gegenüber sind Nährwertangaben, Personenanzahl, Zubereitungszeit, Zutatenliste und Rezepttext zu finden. Bei den Rezepttexten hat man sich viel Mühe gegeben. Sie sind gut erklärt und verständlich. Auch etwas anspruchsvollere handwerkliche Schritte können von weniger geübten Hobbyköchen gut nachvollzogen werden.

Zu den einzelnen Kapiteln gibt es auch noch kleine Ausflüge in die Warenkunde, wo beispielsweise Gemüse als heimisches Superfood oder natürliche Zutaten zum Süßen vorgestellt werden. Im Anhang  werden in einem alphabetischen Zutaten-Register die passenden Rezepte zugeordnet. Das ist praktisch, wenn man ein bestimmtes Lebensmittel verarbeiten möchte und noch keine Idee hat.

Bei der Auswahl der Rezepte zum Nachkochen wollte ich gerne je ein Gericht mit Fisch, mit Fleisch und vegetarisch ausprobieren. Dabei habe ich mich ein wenig nach der Saisonalität und sehr stark nach meiner spontanen Vorliebe entschieden. Der Gemüseeinkauf hat mir gezeigt, dass ich bei ein paar Sorten knapp an der Saison vorbei bin. Trotzdem konnte ich es umsetzen, da im Rezept bereits einige Alternativen aufgezeigt wurden. Das Ausprobieren ist mir leicht gefallen und hat bestens geklappt. Die drei Gerichte haben uns nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich sehr überzeugt.











Fazit:
"Tarik kocht Dich fit" ist ein gut gemachtes Kochbuch das man gerne zur Hand nimmt. Die Rezepte machen Lust auf's Ausprobieren und sind kreativ. Die Zutaten sind, bis auf wenige Ausnahmen, die ersetzt werden können, im normalen Supermarkt zu bekommen. Große Kocherfahrung ist nicht notwendig, da die Rezepte sehr gut erklärt sind. Trotzdem ist das Buch auch für ambitioniertere Hobbyköche geeignet.

Dienstag, 5. April 2016

Turbulente Tage in Hamburg: Internorga, Gastro Vision, Chef's Night, Gastro Premium Night und Restaurantbesuche

Zu meinen ganz festen kulinarischen Terminen im Jahr gehört die Gastro-Messe Internorga in Hamburg. Während den Messetagen platzt die Stadt aus allen Nähten. Unzählige Köche und Gastronomen nutzen die Gelegenheit, sich über Neuheiten zu informieren und ihr Netzwerk zu pflegen. Rund um die Messe haben sich bereits einige Veranstaltungen etabliert und es werden jedes Jahr mehr.

Wir haben mittlerweile auch schon einige Fix-Termine, die wir während unseres Besuchs wahr nehmen. Traditionell starten wir unser verlängertes Internorga-Wochenende in der Bullerei von Tim Mälzer. Da unser Hotel in unmittelbarer Nähe liegt, beenden wir die Hamburg-Tage auch dort. Zwischen den Bildern dieser Collage liegen also fünf Tage und jede Menge spannende Themen.


Meine Lieblings-Messehalle ist A4 und das ist immer mein erster Weg. Der führt mich zum Bohner-Stand. Das Familienunternehmen am Bodensee stellt hochwertige und innovative Geräte für Profi-Küchen her. Die Atmosphäre am Stand ist immer sehr herzlich und gastfreundlich. Für mich kommt dazu, dass ich da meine Freunde treffen kann, die in Live-Cooking-Shows die Geräte vorführen und ihr Können zeigen. Zum festen Team gehören, Stefan Marquard, Julia und Michael Wurm, Xiao Wang, Sören Wörl, Markus Haxter und noch viele andere "gestandene" Köche.


Der Weg von den A-Hallen zu den B-Hallen ist ziemlich weit. Verbunden sind die beiden Hallen-Komplexe über den Sky-Walk. Dort ist jedes Jahr die längste Tafel der Welt zu finden und gibt einen Eindruck über das vielfältige Angebot der Geschirr-Aussteller. Dort verschaffe ich mir einen Überblick, welchen Stand in Halle B7 ich besuchen werde. Heuer lag der Schwerpunkt bei ASA mit einer neuen Serie, die in Zusammenarbeit mit Tim Raue entstanden ist, und Rosenthal, die heuer Mesh in den Mittelpunkt gestellt haben.


Beim Servicebund konnte ich beim Presse-Dinner einige der Eigenmarken kennenlernen. Zur Vorspeise gab es Ravioli von Salva d'Or, die frisch eingefroren werden. Dadurch bleiben Konsistenz und Geschmack erhalten. Besonders gut gefallen hat mir der Zwischengang mit einem Rindertatar auf Gelbe-Bete-Carpaccio. Im Hauptgang gab es Lamm aus Neuseeland und beim Dessert konnten wurde uns gezeigt, wie der Servicebund Gastronomen unterstützt, mit einfachen Mitteln ansprechende Desserts auf die Karte zu setzen.


So gut gestärkt konnte ich bei meinem Besuch am Stand von Herba Cuisine einen kleinen Cocktail vertragen. BASIC textur, das natürliche Bindemittel aus Zitronen gehört mittlerweile zu den Standard-Produkten in der Gastronomie, da es sich auch für Allergiker und Veganer eignet.


Der erste Messetag verging wie im Flug und wir hatten nur wenig Zeit, um uns auf den Abend vorzubereiten. Ich hatte einen Tisch im Restaurant Engel von Tarik Rose reserviert. Tarik hat seine ersten Fernseherfahrungen bei den "Beef Buddies" zusammen mit Frank Buchholz und Chakall gemacht. Inzwischen hat er eine eigene Kochsendung beim NDR, die sehr beliebt ist. Sein Restaurant liegt auf dem Fähranleger Teufelsbrück und ist für mich damit Hamburg pur.


Der zweite Messe-Tag war eine gelungene Mischung aus spannenden Informationen und weiteren netten Treffen mit wunderbaren Menschen aus meinem gastronomischen Netzwerk. Besonders gespannt war ich darauf, einen Blick hinter die Kulissen eines iPad-Kassensystems werfen zu können. Ihr kennt das bestimmt, wenn der Kellner an Euren Tisch kommt und die Bestellung in ein iPhone oder ein iPad eintippt. Ich wollte endlich mal wissen, was da alles im Hintergrund passiert. Nach der sehr informativen Präsentation verwöhnte mich Stefan Schneider, der Küchenchef von Otto Gourmet mit Kostproben der hochwertigen Fleischspezialitäten unterschiedlicher Züchter. Im Anschluss hatte ich noch das große Glück, ein längeres Gespräch mit Ralf Bos zu führen und Hubertus Tschirner von Komet rundete alles mit einem kleinen Dessert ab.


Für den zweiten Abend habe ich mir einen großen Wunsch erfüllt. Vor zwei Jahren hat mich der Spitzen-Patissier Christian Hümbs mit seinem Vortrag auf der Chefsache in Köln sehr fasziniert. Er erzählte, dass er bei seinen Desserts wie ein Koch agiert und beispielsweise Zutaten im eigenen Saft gart, um das Aroma zu verstärken. Das Menü im Restaurant Haerlin hat uns sehr begeistert und meine Erwartung an die Desserts und die Petit Fours wurde sogar noch übertroffen.


Parallel zur Internorga läuft noch eine zweite Gastronomie-Messe. Die Gastro Vision findet im Empire Riverside Hotel, in der Nähe des Hafens, statt. Die verschiedenen Austellungsräume haben einen Themenschwerpunkt, wie z. B. Streetfood oder Beef Club. Heuer waren sie besonders attraktiv und kunstvoll gestaltet. Zusätzlich gibt es die Stage of Taste. Dort präsentieren Spitzenköche, Bartender, Barista und Patissiers ihre neuesten Kreationen. Im Beef Club konnte man bei Michael Riedl verschiedene Fleischstücke verkosten. Die Spitzenköche Heiko Antoniewicz und Adrien Hurnungee zeigten ein Fischgericht, bei dem sie auch die Schuppen und die Flossen verwendeten.


Sonntag Nacht ging es dann zur ersten Party. Die Chef's Night lud in die Fabrik ein, eine lässige Location, die für diesen Anlass perfekt war. Die Stimmung war toll und mich hat es sehr gefreut viele gute Bekannte zu treffen. Kulinarisch war es eine Spitzenveranstaltung, auf der auch Thomas Bühner oder der frisch mit einem Michelin-Stern gekürte Christian Sturm-Willms für die Bewirtung der Gäste zuständig waren. Eine der Kochstationen war mit Sebastian Frank besetzt, der 2011 den Wettbewerb "Koch des Jahres" für sich entscheiden konnte.



Nach der Party ist sozusagen vor der Party. Auch heuer hat Ole Plogstedt zu seiner legendären A.C.A.B.-Night in das Restaurant Olsen eingeladen. Hier trifft sich die ganze Nacht ein verschworener Kreis von Köchen und Wegbegleitern. Ole steuert die Plattform bei, damit die Freundschaften gepflegt werden können.


Der Montag-Abend ist fest für die Gastro Premium Night reserviert. In einem langen Auto-Zug pilgert die Szene an den Süllberg. In meinem Fokus stand diesmal die Präsentation der unterschiedlichen Züchter von Otto Gourmet. Besonders erwähnen möchte ich den liebenswerten Frans aus Holland, der verschiedene Schweine gekreuzt hat und jetzt mit seinem Livar-Schwein hochwertiges Schweinefleisch aus artgerechter Haltung anbieten kann. Und das ist sehr deutlich zu schmecken.


Die Gastro Premium Night präsentierte sich wieder als eine geballte Sammlung von Köstlichkeiten auf kleinstem Raum. Bosfood hatte viele kleine Teigschälchen im Gepäck, die salzig bzw. süß gefüllt waren. Davon hätte ich noch viel mehr probieren können. Der optisch schönste Stand war von Essbare Landschaften, in Kooperation mit dem Keltenhof. Bei Torsten Pistole servierten Reinhard Angerer vom Gut Sonnenhausen und Hannes Arendholz Wallertatar mit Culatello-Schinken.


Im Rahmen der Gastro Premium Night findet auch das Finale zum "Jungen Wilden" statt. Unter dem Vorsitz von Stefan Marquard wählte die Jury heuer Joachim Jaud zum Sieger.


Montag, 10. August 2015

Heiß, heißer, Kulinarik-Festival im Waldschlößl

Es ist eine schöne Tradition, dass wir heuer bereits zum vierten Mal das Kulinarik-Festival von Lucki Maurer im Waldschlößl erleben durften. Eine Veranstaltung, die trotz ihrer jungen Geschichte bereits Kult ist. Warum das so ist, versuche ich mit diesem Bericht zu erklären.

Das Sport- und Wellnesshotel Waldschlößl liegt wunderschön im Bayerischen Wald und nur wenige Kilometer dahinter verläuft die tschechische Grenze. Für ein Wochenende im August wird es zum kulinarischen Hot Spot. Nicht nur die Spitzenköche reisen aus ganz Deutschland an, auch die Gäste nehmen weite Anreisen auf sich.


Dort werden sie herzlich von Marianne und Josef Maurer empfangen.


So langsam fällt auch die Anspannung von den Gastgebern Stephanie und Ludwig Maurer ab. Der Leichtigkeit und tollen Atmosphäre des Festivals sieht man den unglaublichen Arbeitsaufwand der Beiden im Vorfeld nicht an. Die Vorbereitungen beginnen immer schon Monate vorher und die erste Arbeitslawine rollt mit dem Kartenvorverkauf immer schon zu Jahresanfang auf sie zu. Hier gleich mein erster Tipp: wer das nächste Mal dabei sein will, sollte schnell sein. Heuer waren die Karten innerhalb einer Woche ausverkauft.


Damit aus dem Hotel Waldschlößl DAS Kulinarik-Festival wird, reicht es nicht Essen zu kochen und Getränke zu besorgen. Letztendlich wird das gesamte Haus und das gesamte Gelände auf den Kopf gestellt. Der Aufbau beginnt schon einen Tag vorher und erfordert sehr viel fleißige Hände (ähnlich gestaltet sich auch der Abbau danach). Und hier spürt man gleich, was den Mythos des Festivals ausmacht. Hier arbeiten keine Kollegen Hand in Hand - hier arbeiten Freunde und es ist ihnen wichtig, dass alle eine tolle Zeit erleben können.

Das Kulinarik-Festival gibt es nicht nur für die Gäste, es gibt es auch für die Protagonisten, die seit vielen Jahren befreundet sind und hier eine feste Anlaufstelle haben um sich zu treffen. Den größten Anteil am reibungslosen Ablauf haben diese Köche. Allen voran, sozusagen als "Executive Mädchen für Alles" Michael Riedl von der Hillbilly Food Crew und Stefan "Eisi" Eisenreich. Eigentlich verantwortete er die Küchenleitung vom Kulinarik-Festival und war trotzdem jede Sekunde beim Auf- und Abbau dabei und behielt ständig seine strahlende Laune. Genauso feste Größen und langjährige Weggefährten sind Mathias Selbert von Le SMut und Johann Pilz von der Waldschänke Pilz.



Die vier haben die perfekten Bühnen hingestellt, für die unzähligen kulinarischen Genüsse, die uns geboten wurden. Auf der leer geräumten Terrasse und im Restaurant entstand der "Sternebereich", wie ihn Insider scherzhaft nennen. Dort waren einige Stars der Kochszene zu finden. Zusammen mit Stefan Marquard verwöhnten uns Michael Wurm vom Landgasthof Apfelblüte und Andreas Schiessel mit "Lachs und Dreierlei von der Gurke". Mit den beiden erstgenannten kochte Lucki einige Jahre bei der Jolly Roger Cooking Gang.


Gleich daneben präsentierte Frank Oehler von der Speisemeisterei "Gebackenes Kalbsbries, Rauch-Onsenei, Brunnenkressecreme, Zitruslachs". Auch er gehört schon lange zu diesem Netzwerk, da er zusammen mit Stefan Marquard Gründungsmitglied bei den Jungen Wilden war. Ihn kann man regelmäßig in der RTL2-Sendung "Kochprofis" sehen. Und da merkt man gleich den Profi. Die Zeit für die Fotos war mehr als knapp und er hatte kaum den letzten Knopf der Kochjacke zu, da hatte ich ihn schon im Visier. Sorry Frank für die Hektik und danke, dass Du so entspannt warst.

Zwischen Frank und Stefan konnte man bei Spyridoula Kagiaoglou hochwertige, griechische Olivenöle probieren.


Am Teppanyaki-Grill stand der "köstliche Osten". So werden Heiko Arndt aus Leipzig und Xiao Wang aus Shanghai liebevoll genannt. Ihr Gericht, die Garnelen mit gebratenen Nudeln schmecken nicht nur köstlich, auch die Show von Xiao ist sehenswert. Er wirbelt virtuos durch die Zutaten und schafft so spielend leicht die perfekte Verbindung der einzelnen Komponenten.


Mit einer Engelsgeduld öffnete Markus Haxter unzählige Austern, die so frisch natürlich am besten schmecken. Bei seiner Routine blieb auch noch Zeit, um mit Wolfgang Müller ein bißchen Unfug zu machen. 


Schließlich hatte Wolfgang Müller sich perfekt vorbereitet. Sein "Sauerbraten von Rinder- und Kalbszunge "Kebab-Style" wanderte schnell in die Semmel und war mit einem Klecks Mayonnaise sofort servierbereit. So blieb natürlich noch Zeit für ein weiteres Späßchen mit Reinhard Angerer vom Gut Sonnenhausen, der das Festival als Gast besuchte. Wolfgang Müller, Stefan Marquard und Lucki Maurer, oder die 3M verbindet die Liebe zum bewussten Fleischgenuss seit vielen Jahren.

Mit Otto Gourmet war ein weiterer Fleischexperte am Start. Zum Online-Fleischhändler der Gebrüder Otto bestehen schon seit Jahren freundschaftliche Kontakte. Beim Festival war diesmal Stefan Schneider, einer der beiden Köche von Otto Gourmet, und hatte "Gesmoktes Brisket, Sellerieremoulade, Apfel und Asche" mitgebracht.


Auch die Nachwuchsförderung liegt Lucki sehr am Herzen und so bekommen jedes Jahr junge Köche eine eigene Kochstation. Diesmal zeigten Franziska Wolf, Vroni Wolf und Dominik Rossmann ihr Können. Sie begeisterten die Gäste mit einer "Vichysoisse mit gebratener Garnele und Lauchstroh".

Zusätzlich zu den Kochstationen werden immer wieder feine Kleinigkeiten zu den Gästen gebracht. Die wurden von den Köchen des Waldschlössls und weiteren Köchen, die ich leider gar nicht alle einzeln vorstellen kann, zubereitet.

Wer schon einmal auf einem großen kulinarischen Festival mit vielen, vielen kleinen Gerichten war, der hat eine Vorstellung davon, welche Berge von kleinen Tellern und Schälchen da anfallen. Ich habe schon Veranstaltungen erlebt, wo sich Berge von schmutzigem Geschirr türmten. Das läuft beim Kulinarik-Festival ganz anders. Da gibt es eine große Mannschaft von ganz engagierten Servicemitarbeitern, die sich wirklich die Füße platt laufen und jedes schmutzige Teil sofort erspähen und mitnehmen. Das Team besteht aus den Mitarbeitern des Waldschlößl und den SERVICE Allstars. Stellvertretend für alle, lacht Nico Breitenstein in die Kamera und war gleich wieder verschwunden, um das Fingerfood zu den Gästen zu bringen.


Bei über 30 Grad Außentemperatur bis in die späte Nacht, hatten die Köche mit der Kochstation im Restaurant den schwierigsten Arbeitsplatz. Umso mehr ist ihre Professionalität zu bewundern, mit der sie immer aufmerksam und freundlich die Gäste verwöhnten. Bobby Bräuer aus München, dessen Restaurant Esszimmer mit zwei Michelin-Sternen bewertet ist, stellte sich genauso diesen Arbeitsbedingungen, wie Martin Göttlinger, vom Restaurant Göttlinger aus der Region. Und genau das macht den Charme dieses Festivals aus. Die Gäste erfreuten sich an "Saibling, Gartengurke, Dill, Sauerrahm" von Bobby genauso, wie an "Blutwurst-Ravioli mit karamellisiertem Rahmkraut, Zwiebelkompott und Schwartensegel" von Martin.



Für ordentlich "Dampf in der sowieso schon heißen Hütte", sorgte Ralf Bos mit seinen "Tagliatelle mit Trüffelsauce und frischem Trüffel aus dem Parmesanlaib". Der gelernte Koch baute in den letzten Jahren den großen Online-Delikatessenhandel "Bosfood" auf. Er gilt als "Trüffelpapst" und machte seinem Namen alle Ehre, als er mit 6 kg Trüffel im Bayerischen Wald ankam.

Und jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen, weil es mir nicht gelungen ist ein Foto von den mit Liebe handgemachten Dim Sum von Ulf Tassilo Münch und seiner Frau zu machen. Die müssen sehr gut gewesen sein, da keine mehr da waren, als ich kam.



Als bekennender Dessertmuffel hatte Lucki bisher kein so großes Augenmerk auf die süße Abteilung gelegt. Glücklicherweise hat er Véronique Witzigmann kennengelernt und schon bei einigen Veranstaltung das Dessert sozusagen "outgesourct". Dieses Konzept hat er beibehalten und so freuten wir uns über "Gewürzcrumble mit Aprikosenragout und Kokos-Mango-Schaum" von Véronique und Volker Debus.

Das Angebot der Winzer war heuer nochmals umfangreicher und das Weingut Horst Sauer schenkte Silvaner und Riesling aus. Passend zum Dessert gab es auch eine Silvaner Auslese.


Heiko Antoniewicz zählt auch schon zu den festen Größen des Festivals. Ihm zur Seite stand wieder Wolfgang Laschtowitz. Die beiden sind ein eingespieltes und harmonisches Team. Ganz entspannt brachten sie ein Spitzengericht auf den Teller: "Schweinebauch, Absinth-Mayonnaise, Gold Delicious, Haselnuss".


Terrasse und Restaurant bilden mit dem Außenbereich gegenüber das Herzstück des Festivals. Besonders geprägt wird sie von der "Getränkemeile". Es war ein sehr heißer Tag und auch nachts kühlte es kaum ab. Glücklicherweise wurden wir von Gewittern verschont, die in der Nähe herunter kamen. Das führte natürlich zu viel Arbeit für die Brauer, Winzer und Sommeliers.

Dominik "Dom" Perras übernahm wieder den Ausschank bei Rhaner Bräu, obwohl er schon seit über einem Jahr bei der Privatbrauerei Riehmhofer tätig ist. Tatkräftig unterstützt wurde er von seiner charmanten Freundin Yvonne. Rhaner schickte Fabian Loibl, den neuen Braumeister, und die Rhaner Bierkönigin Angelina. Zusammen präsentierten sie erstmals die Craftbiere 1904 und 1776.

Wie im letzten Jahr arbeiteten die beiden Spitzen-Sommeliers Helen Mol und Marco Giovanni Zanetti, Winepunk, wieder Hand in Hand. Unterstützt wurden die beiden vom Winzer Sebastian Class.


Fast hatte man den Eindruck, dass das Bundesland Hessen eine eigene Delegation geschickt hat. Das hessische Nationalgericht "Grie Soß" war ebenfalls würdig vertreten und man sieht, dass es davon viele Rezepte gibt und alle sehr gut schmecken.

Angie und Robert Geißler vom Hotel-Restaurant Hessischer Hof haben zusammen mit ihrem Koch-Azubi Pascal Schlag bereits daheim ein perfektes Mis en place gezaubert. So konnte Angie die "Tafelspitzsülze mit Frankfurter Grie Soß" blitzschnell aus dem Bauchladen anbieten. Robert und Pascal versorgten die Gäste mit "Äppelwoi Forever" geschmortes Schweinebäckchen mit gebackenem Kartoffelstampf und Calvadossößje" am Stand.



Zwischen die "Hesse-Gang" hat sich Frank Buchholz geschummelt, der gleich seinen Wild-Dog-Anhänger mitgebracht hat. Diesmal ging kein Hot Dog über den Tresen, sondern "Rotlachstatar mit Büffelmozzarella und Basilikumschmand und Wildkräuter vom Gonsenheimer Acker".

"Waller White", so nannte Christoph Brand, in Anlehnung an einen Musiker, sein Gericht. Dazu gab es eine andere Variante der "Grie Soß". Der Chef der "Fliegenden Köche", der viele Musiker während ihrer Tourneen versorgt, hatte jede Menge Unterstützung, darunter auch die Jungköchin Katharina Angerer.


Ab einer bestimmten Uhrzeit bilden sich Trauben um den Chocolatier Franz Xaver Clement. Da bleibt keine Zeit mehr für einen kleinen Scherz. Aus seinem fast unglaublichen Vorrat an süßen Köstlichkeiten legt er ständig feine Pralinen nach. Man hat das Gefühl, es hört gar nicht mehr auf. Das ist die Phase, wo sich jeder über einen Teller Pralinen freut und mit den Tischgefährten teilt.


Diesmal war die Qual der Wahl sogar noch größer, da Patrick von Vacano ebenfalls Schokospezialitäten aus der hochwertigen Schokolade von Original Beans dabei hatte. Bei ihm gab es ein Schokosorbet und Macarons. Darüber freuten sich die vielen Süßschnäbel sehr.

Zum perfekten Abschluss eines Menüs gehört für mich immer ein guter Espresso. Dafür sorgte das Team um Heiko Rehorik, der die Regensburger Kaffeerösterei betreibt.


Wer statt einem Dessert lieber zu Käse greift, der ist bei Rainer Heubeck bestens aufgehoben. Wie in den vergangen Jahren gab es bei ihm excellenten Käse mit Chutneys zu entdecken. Das haben die Gäste gerne angenommen und sich nach ihrem Gusto die Käseteller zusammen gestellt.


Für den "Verdauungsschnaps" sorgten Richard Söldner mit seinem Vodrock, ein milder Wodka aus dem Bayerischen Wald und das Team der Brennerei Gerhard Liebl mit einer riesigen Auswahl bester Obstbrände, Whiskey und Gin. Mein Liebling des Abends war der Blutorangenbrand.


Nur wenige Schritte geht es leicht bergauf und man kommt den entspanntesten Sektor des Festivals. Dort sorgt der vegetarische Spitzenkoch Steffen "Irie" Prase mit "Ackee-Burger mit Wildkräutersalat", Reggae-Musik und Cocktails für karibische Stimmung.


Gleich neben ihm kocht die Hauptstadt. Die Kochbox aus Berlin hat sich diesmal ein ganz spannendes Konzept ausgedacht. Hinter dem Titel "6erlei Cool Culture Cocktails" verbarg sich
"Gartensalat mit Tatar vom Galloway-Rind und Königsberger Kartoffel-Chips", "Curry-Karotte mit Pulled Pork in Orangensauce", "Reis-Eis mit geräucherter Teriyaki-Ente und blauen Koriander-Chips", "Sellerie-Meerrettich mit Dry-Salt-Mint-Schinken vom Rind mit Craftbeer", "Rucola mit Parmesan-Espuma, Cherrytomaten und Champagner" und "Wakamé-Algen mit gebeitzem Caipirinha-Lachs und Limonenschaum". Da gab es beim Anrichten viel zu tun und er hatte zur Unterstützung sein Kochteam und den Azubi Erich mitgebracht.


"Schärfer geht immer, besser nicht!" - unter diesem Motto stellte Felix Stass vier verschiedene Chilisaucen von fruchtig bis extra hart, Chiligewürze und Grillgewürze vor. Alles war vom singenden Koch oder kochenden Sänger für sein Label Heartcore Cooking selbstgemacht. Im sonstigen Leben ist Felix der Frontmann der Band Crematory.



Der vierte im Bunde, im oberen Bereich, war Frieder Ziebs. Der gelernte Koch, der sonst den Service in der Klosterschänke Weltenburg übernimmt und auch bei keinem Stefan-Marquard-Event im Landgasthof Schwögler fehlen darf, hatte seine Premiere beim Kulinarik-Festival. Und die hat er bravurös mit "Donaufischpflanzerl mit Kartoffel-Gurken-Salat und Remoulade" gemeistert.


Bereits letztes Jahr hat der Profi-Griller Tom Heinzle mit seinem Team von Tom's Grillwerkstatt dafür gesorgt, dass der neue Bereich über der Straße zu einem Anziehungsmagnet wurde. Diesmal war es wieder genauso. Unterstützt von seinem Freund Wolfgang Ponier, einem österreichischen Koch-Ausbilder, versorgten sie blitzschnell die Gäste mit "Pulled-Pork-Rolle", "Lamm mit Zitronen-Rosmarin-Butter und Pfefferminz" und "Gegrillte Rote Bete mit Frischkäse".


Die Grillfans kamen auch bei Frank Heppner und dem Rösle BBQ-Team voll auf ihre Kosten. Sie begeisterten mit einem "Pulled Lamb Burger" und im Gegensatz zu vielen Streetfood-Festivals musste man hier kaum anstehen. Da merkt man gleich, wenn Profis am Stand sind und mit der notwendigen Schnelligkeit arbeiten.


Die Gäste, die ihren Tisch in diesem Bereich hatten, wurden auch hier perfekt mit edlen Weinen versorgt. Das die ganze Familie Schroll vom Weinhaus Schroll war anwesend und überraschten die Gäste auch noch mit einer tollen Big Bottle Party ab 23.00 Uhr. Das Angebot wurde natürlich mit Freude angenommen.


Die Mischung macht's und dafür sorgten Basti Völkl vom Café-Restaurant Jedermann mit "Flammkuchen mit Schmandlauch und kalt gebeiztem Roastbeef" und "Balsamico-Linsen mit kalt gebeiztem Roastbeef" und Thomas Schindler mit "Kaninchenschinken aus eigener Zucht mit Focaccia". Basti hat seine Koch-Ausbildung bei Stefan Marquard gemacht und war danach als Küchenchef für Lucki Maurer tätig. Thomas ist auch ein langjähriger Weggefährte von Lucki und arbeitet heute als Chef-Patissier im Landgasthof Schwögler. In seiner Freizeit züchtet er Kaninchen für die Spitzengastronomie.


Die längste Anreise der Köche hatte vermutlich Tarik Rose. Er kam direkt aus Hamburg, wo er das Restaurant Engel betreibt. Zusammen mit Frank Buchholz und Chakall war er in der ZDF-Sendung "Beef Buddies" zu sehen. In einer Folge besuchten sie auch Lucki auf seinem Hof Schergengrub, wo er Bio-Wagyus züchtet. Tariks Einstand beim Kulinark-Festival war ein fein-würziges "Tatar mit orientalischer Mayo".



Es passte einfach alles und es wurde eine sehr lange Nacht. Das war wieder einmal so ein Moment, wo man dankbar sein sollte, dass man ihn erleben durfte. Tolle Menschen, tolles Essen, tolle Getränke, tolle Stimmung - lieber Lucki wir hoffen auf das fünfjährige Jubiläum nächstes Jahr.

Du hast sicher wieder die Unterstützung von allen Köchen auf diesem beeindruckenden Foto und auch von allen anderen Beteiligten, die nicht auf diesem Bild sind. Ich bin mir sicher, das sind nochmal genauso viele.

Danke an Dich, an Steffi, an Deine Eltern und einfach an ALLE!!!!