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Dienstag, 6. November 2018

Menü von Hans Stefan Steinheuer in Heppingen an der Ahr

So langsam näherte sich unsere kulinarische Reise (Link zur Übersicht) dem Ende. Letztes Jahr war ich eingeladen, bei der Kochbuch-Produktion von "Unsere Wurzeln" dabei zu sein und erlebte einen tollen kulinarischen Tag und ein wunderbares Menü. In solchen Momenten vermisse ich immer meinen Mann und deshalb wollte ich unbedingt, dass auch er diese schöne Küche kennen lernen kann. Es hat sich angeboten, nach dem Besuch in Sinzig ein kleines Stück tiefer in das Ahrtal zu fahren und bei Steinheuers zu Gast zu sein.

Ich schaffe es kaum Münchner Sterne-Restaurants innerhalb eines Jahres zu besuchen. Dabei ist es sehr interessant in regelmäßigen Abständen das gleiche Restaurant zu besuchen, um eine Entwicklung mitzuerleben und manche Gerichte auch erst beim zweiten Mal zu verstehen. Diesmal ist mir das gelungen und ich habe mich sehr über die Reiswaffel mit Büsumer Krabben gefreut, die ich, genauso wie die Gewürz-Zwetschge, zum zweiten Mal essen durfte. Sie hatte viele Elemente, die gleich waren. Neu war der Sud und so manche Kleinigkeit. Mir ist klar, wie ausgefeilt solche Gerichte in einem Restaurant mit einer Bewertung von zwei Sternen sind und trotzdem gibt es keinen Stillstand und man arbeitet weiter daran.

Eine schöne Erinnerung war auch der Gang mit den Bohnen. Letztes Jahr hat mir Herr Steinheuer fünf Ahrbohnen, eine heimische Art, geschenkt. Wir haben sie in unserem kleinen Garten eingesetzt und sie haben sich prächtig entwickelt. Wir konnten eine ganze Schüssel davon ernten und ein paar Bohnen für das nächste Jahr aufheben.

Reiswaffel mit Büsumer Krabben
Rote Bete Tapiokachip mit Matjes und Crème fraîche
Tartelett vom gebeizten Lachs mit geräuchertem Selleriepüree und Felchenkaviar
Heppinger Tomate mit Laacher See-Aal

Gänseleber mit Mais und Erdnuss

Gelbflossenmakrele und Thunfisch-Praline mit weißem Soja und Rettich

Süß-saure Bohnen mit Blauen Kartoffeln in fermentiertem Bohnensaft

Rochen in Nussbutter mit Kapern und Lauch

Froschschenkel mit Süßkartoffeln, Radiccio mit Chiasamen

Kalbsbries mit weißem Alba Trüffel und Steinpilz-Maccaroni

Eifler Lammrücken und Leber mit Artischocken und Bohnen

Gorgonzola mit Ahrtaler Feigen, Feigenbalsamico und Buchweizen

Pfirsich Verveine Bellini

Gewürz-Zwetschge

Patisserie: Geeister exotischer Kußmund, Passionsfruchtpraline
Kokos-Macaron, Ananas-Paté de Fruits, Mango-Kokos-Krustenpraline

Sonntag, 4. November 2018

Trüffelmenü von Jean-Marie Dumaine im Vieux Sinzig an der Ahr

Wenn man den ganzen Tag von und über Trüffel spricht, dann weckt das doch den Appetit etwas mehr Trüffel zu essen. So gab es nach dem Trüffelsymposium (Link zum Detailbericht) die schöne Gelegenheit bei Jean-Marie Dumaine, der auch der Vorsitzende des Ahrtrüffel e.V. ist, ein Trüffelmenü zu essen. In seinem Restaurant "Vieux Sinzig" servierte er den Gästen ein Menü, bei dem verschiedene Trüffelsorten zum Einsatz kamen, damit man ganz bewusst den geschmacklichen Unterschied erleben kann. Besonders deutlich konnten wir das bei Tuber mesentericum, dem chinesischen Trüffel, schmecken. Der schmeckt eigentlich nach Nichts und wird leider oft mit künstlichem Trüffelöl aromatisiert. Dann sollte man doch lieber weniger Trüffel essen und stattdessen einen wohlschmeckenden, wie er für die anderen Gerichte verwendet wurde.

Dieser wunderbare Tag rund um den Trüffel zählte zu den Highlights unserer kulinarischen Reise (Link zur Übersicht).

Gedeck - noch ohne Trüffel

Trüffelcarpaccio mit Blumenkohl und Ackersenfblättern
(Tuber mesentericum)

Trüffelcarpaccio mit Blumenkohl und Ackersenfblättern
(Tuber mesentericum)

Paul Bocuse Trüffelsuppe "VGE" mit Blätterteig-Haube
(Tuber Rufum)

Wels mit Pastinaken, schwarzer Rettich und Trüffel
(Himalaya Trüffel)

Wildschwein mit Butternutkürbis, Limetten und Trüffel, Kartoffelschaum mit Trüffel
(Burgunder Trüffel)

Getrüffelter Camambert, Champignons und Spitzwegerichknospen
(Bagnoli-Trüffel)

Trüffel

Joghurtcrème mit Trüffelkaramell, Truffièrehonig und Haselnussgebäck
(Burgunder Trüffel)

Freitag, 2. November 2018

Das 13. Trüffelsymposium im Schloss Sinzig an der Ahr

Seit vielen Jahren ist der Name Jean-Marie Dumaine für mich verknüpft mit Wildpflanzen und Trüffel. Der charmante Franzose lebt schon über 40 Jahre in Deutschland und betreibt seit dieser Zeit mit seiner Frau Colette das Restaurant "Vieux Sinzig" im gleichnamigen Ort. In den Jahren hat er sich einen Namen als Spitzenkoch gemacht und war besonders bekannt dafür, Wildpflanzen in seine Gerichte zu integrieren. Als erster entdeckte er vor rund 16 Jahren Trüffel an der Ahr und die wurden zu seiner großen Leidenschaft.

Er gründete den Ahrtrüffel e. V., dessen Vorsitzender er heute noch ist. Ziel des Vereins ist es den Trüffelanbau in der Region zu fördern und einem interessierten Publikum den Zugang zu Trüffel zu erleichtern. Einmal im Jahr steht die aromatische Knolle, auf den Trüffelsymposium im Schloss Sinzig, ganz im Mittelpunkt. Wir haben unsere kulinarische Reise (Link zur Übersicht) so organisiert, dass wir zur rechten Zeit am rechten Ort sein konnten. So erlebten wir einen sehr lehrreichen und genussvollen Tag.




Nach der Begrüßung durch den Sinziger Bürgermeister, Andreas Geron, und den Präsidenten des Vereins, Jean-Marie Dumaine, eröffnete Ralf Bos den Reigen der fachkundigen Referenten. Er gilt als deutscher Trüffelpapst und hat es sich zur Aufgabe gemacht, jederzeit Trüffel anbieten zu können. Dazu bereist er weltweit Trüffelanbaugebiete und stellte diesmal die spanischen Trüffel vor.

Mit viel Leidenschaft sprach Francesco Dall'Argine über den Trüffel aus seiner Heimatregion Fragno. Er ging auf die Besonderheiten des Terroir ein und erläuterte, wie es gelungen ist, den frischen Trüffel länger haltbar zu machen. Dafür werden Trüffel und Parmesan gerieben, vermischt und eingefroren. Damit die Zuhörer das auch praktisch erleben können, kochte er im Anschluss an seinen Vortrag Gnochetti mit dieser Trüffelpaste. Und das hat wirklich köstlich und sehr intensiv nach Trüffel geschmeckt.

Nach der Pause referierte Gérald Chevalier über die neuesten Erkenntnisse im Trüffelanbau. Der Franzose gilt als renommierter Experte und hat auch den Ahrtrüffel e.V. beim Anlegen der Truffière beraten. Abschließend zeigte der Essigbrauer Theo Berl auf, wie er mit den Ahrtrüffeln einen Deutschen Balsamico herstellte. Auch dieses intensive Aroma konnten wir in der Pause kosten.


Das schöne Ambiente des Schlosses bildete einen sehr schönen Rahmen für das Trüffelsymposium

In der Pause versorgte das Team des Restaurants Vieux Sinzig die Gäste mit Kostproben. Natürlich stand auch hier der Trüffel im Fokus und so gab es, zusätzlich zu den spontan eingeschobenen Gnochetti, vier kleine Gänge:

- Eifelrind-Carpaccio auf Rösti mit Trüffel und Johanniskrautöl
- Geflammter Fjordlachs, Truffièrehonig und gehobelter Trüffel
- Trüffelspätzle aus dem Parmesanlaib
- Weisse Mousse au Chocolat von Valrhona Ivoire Schokolade mit Trüffel





Wer noch nicht genug vom Trüffel hatte, der konnte sich frische Trüffel bei Ralf Bos oder eingemachte Trüffel von der eigenen Truffère des Vereins nach Hause mitnehmen.




Das große Herzblut der Protagonisten war am Ende der Veranstaltung nochmals deutlich zu spüren, als, unter der Moderation von Dr. Nikolai Wojtko, dem zweiten Vorsitzenden des Vereins, eine engagierte Podiumsdiskussion in Gange kam. Da spielten die unterschiedlichen Sprachen keine Rolle mehr. Man merkte, wie die Leidenschaft für den Trüffel alle vereinte.




Nach der Veranstaltung ging es in Jean-Maire Dumains Restaurant "Vieux Sinzig" mit einem Trüffelmenü weiter. (Link zum Detailbericht)

Besonders spannend für mich war der abschließende Besuch der Truffière. Ich hatte mir vorher wenig Gedanken gemacht, wo es Trüffel gibt und es war mir auch nicht klar, dass sie gezielt angebaut werden. Seit 2006 hegt und pflegt der Verein den Trüffelanbau auf einem eigenen Grundstück. Jetzt schlug die Stunde der Hunde, die bis dahin den ganzen Tag still sein mussten. Und der kleine Pudel war besonders geschickt und hat tatsächlich einen Trüffel entdeckt.





Abendstimmung in der Truffière

Montag, 15. Oktober 2018

Rheingau, Mosel, Ahr - unsere kulinarische Reise im September

Heuer war es endlich wieder möglich eine kulinarische Reise durch Deutschland zu machen. Die vergangenen drei Jahre waren sehr schwierig und wir hatten viele Baustellen zu bearbeiten. Im September haben wir uns getraut wenigstens 10 Tage auf Reisen zu gehen. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter und die Zeit sehr genossen. Einige kulinarische Highlights haben wir uns gegönnt, über die ich in den nächsten Tagen berichten möchte.


Den Auftakt machte Mario Lohninger in Frankfurt. Das Lohninger in der Frankfurter Innenstadt ist immer ein Pflichttermin für uns, da es nirgendwo so grandiose und handgemachte glutenfreie Nudelgerichte gibt.

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Am Abend probierten wir in Frankfurt ein Gourmet-Restaurant aus, das wir noch nicht kannten. Unsere Wahl fiel auf das Seven Swans und Ricky Saward. Für seine vegetarischen Menüs bezieht er die Produkte aus eigenem Anbau und verwertet mit viel Engagement und Kreativität alles, was der Acker hergibt.


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Im Rheingau erwartete uns die erste Weinprobe im VDP-Weingut August Eser. Das Familienweingut wird von Désirée Eser geführt. Sie baut die Rieslinge nach Lagen aus und das kann man deutlich schmecken. Besonders erwähnenswert sind der Riesling "My Way" und der Rosé "Pretty in Pink" (links und rechts im Bild).



Zum Abendessen ging es zurück nach Wiesbaden in die ENTE. Dort hatte der Küchenchef Michael Kammermeier sich sogar eine Überraschung für uns überlegt und servierte im Hauptgang ein großartiges Tomahawk-Steak.

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Die nächsten Tage verbrachten wir bei unserem Freund Uli Stein auf dem Weingut. In der Alfer Hölle, direkt vor dem Haus Waldfrieden, hingen pralle Trauben, wie wir sie noch nie gesehen haben. Der Winzer und sein Team hatten alle Hände voll zu tun, um das Lesegut in den Keller zu bringen. Das war der Grund, weshalb wir uns entschlossen hatten, zum Mittagessen die Sternegastronomie an der Mosel auszuprobieren und somit nicht im Weg zu stehen.




Den Auftakt machte Thomas Schanz in Piesport. In seinem Restaurant Schanz gibt es die Möglichkeit auch Mittags das Menü zu essen, wie es auf der Abendkarte steht. Die Gelegenheit haben wir gleich genutzt und waren sehr begeistert.

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Zum nächsten Lunch fuhren wir nach Trittenheim ins Wein- und Tafelhaus zur Familie Oos. Die erste Überraschung war eine Chefin aus Tirol und die zweite ein Grüner Veltliner, der in der berühmten Lage Trittenheimer Apotheke wächst. Zum Konzept gehört auch, dass es nicht immer Sterneküche gibt, wie Samstag Mittags. Dann kocht Alexander Oos "leger" und meint damit gut bürgerlich mit Pfiff. Uns hat es viel Spaß gemacht und wir freuen uns darauf, das nächste Mal die Gourmet-Karte kennen zu lernen.


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Unser "Sonntagsessen" in dieser Woche sollte ein ganz besonderes werden. Es ging ins Restaurant Sonnora, eines von zehn Restaurants in Deutschland, das mit drei Michelinsternen ausgezeichnet ist. Letztes Jahr verstarb leider der langjährige Küchenchef Helmut Thieltges. Die Verantwortung für die Küche übernahm sein Sous-Chef Clemens Rambichler und konnte die Bewertung halten.


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Die Reise ging weiter und wir machten Station in Rüssels Landhaus bei Harald Rüssel. Am Abend gönnten wir uns in seinem Gourmet-Restaurant ein schönes Menü.

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Für große Abwechslung sorgte Sarah Henke in ihrem Restaurant YOSO in Andernach. Die gebürtige Koreanerin serviert dort Spitzenküche mit koreanischen Aromen. Gut gelungen ist auch die entspannte Atmosphäre des Restaurants, das auch unerfahrenen Gästen die Scheu nimmt.

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Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen und zum Sinziger Schloss zu fahren. Dort fand das 13. Trüffelsymposium rund um den Ahrtrüffel statt. Dem Verein Ahrtrüffel ist es wieder gelungen hochkarätige Redner und Aussteller einzuladen. Es war ein sehr lehrreicher und genussvoller Tag für uns.

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Im Anschluss an das Symposium servierte Jean-Marie Dumaine in seinem Restaurant Vieux Sinzig ein Trüffelmenü, bei dem man deutlich die Unterschiede der verschiedenen Trüffelsorten schmecken konnte.

Link zum Detailbericht ab 04.11. online



Zum Abschluss unserer kulinarischen Reise ging es zur Familie Steinheuer in Heppingen. Dort war ich bereits letztes Jahr und durfte hinter die Kulissen der Kochbuch-Produktion blicken. Da ich bei solchen Reisen immer Herrn bushcook vermisse, konnten wir es diesmal gemeinsam erleben.

Link zum Detailbericht ab 06.11. online



Die eine Nacht daheim war nur ein kleiner Stop-Over und am nächsten Tag hängten wir noch ein besonderes Event an. Wir fuhren in den Bayerischen Wald zu Lucki Maurer in den STOI. Er hatte Justin Leone zu Gast, der mit viel Temperament und grandiosen Weinen sein amerikanisch inspiriertes Menü begleitete.

Link zum Detailbericht ab 08.11. online