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Donnerstag, 28. November 2019

fine dining in Frankfurt: Ricky Saward im Restaurant Seven Swans

Ein Abend bei Ricky Saward im Restaurant Seven Swans ist mehr als ein Abendessen, es ist ein Gesamt-Erlebnis. Das beginnt schon damit, dass man in einer Bar, die zum Restaurant gehört, empfangen wird. Es empfiehlt sich etwas früher zu kommen, dann kann man dort schon einmal mit einem handwerklichen Cocktail starten. Die Tische befinden sich in zwei unterschiedlichen Ebenen des handtuchschmalen Hauses. Ein Raum ist weiß, der andere ist schwarz. Dies ist die Inspiration zu den Schwänen im Namen. In einen der beiden Gasträume kommt man nur über die Küche. Welcher das ist verrate ich nicht. So bleibt es spannend ob man Ricky und seinem Team gleich am Anfang in die Töpfe schauen kann.

Zum Auftakt kann man sich in einer Waschschüssel die Hände waschen. Das Wasser wird mit getrockneten Wiesenkräutern aus dem eigenen Garten aromatisiert. Dieser Garten ist der wichtigste Lieferant für die Zutaten des Menüs. Vor einigen Monaten hat Ricky noch Milchprodukte und Eier dazu gekauft. Folgerichtig hat er nun auf ein rein veganes Menü umgestellt und konzentriert sich ganz auf das, was ihm die Natur in seinem Garten schenkt. Daraus zaubert er ein wechselndes und stark saisonal beeinflusstes Menü.

Die Menükarte liegt am Tisch und wird später noch von Brot und Aufstrichen umringt. Alles was dann an Gerichten kommt ist sehr kreativ und überraschend. Mir macht es große Freude darüber nachzudenken, was da gerade im Garten reif geworden ist und wie vielfältig es verarbeitet wird. Aktuell ist Ricky mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet und es könnte sein, dass der Stern bald für das erste vegane Restaurant Europas steht.




Braumannswiese (Mangold, Kräuter)

Taco, Sellerie mit Zwiebel & Schwarzbeeren

Grüne Paprika mit Zwetschge und Blaumohn

Bratkartoffel mit Radieschen & Majoran

Karotte mit Physalis & Sauerklee

Tagetes mit Tomate & Pfirsich

Brombeere mit Kieferzapfen & Schönschnabel-Moos

Blumenkohl mit Einkorn & Shiitake
Hagebutte mit Ölweide & Ysop

Freitag, 19. Oktober 2018

Vegetarisches Menü von Ricky Saward im Seven Swans, Frankfurt

Es macht uns große Freude auf Reisen mehrere sogenannte Gourmet-Restaurants zu besuchen. Wenn man das hintereinander ein paar Tage gemacht hat, dann stellt man fest, dass es wohl eine feste Verpflichtung für bestimmte Lebensmittel auf diesen Menü-Karten gibt. Das ist uns auf unserer letzten Reise (hier der Link zur Übersicht) ganz besonders aufgefallen. In diesem Fall waren das Gänseleber, Hummer und Wild.

Deshalb freuen wir uns immer ganz besonders darüber, wenn wir einen Abend in einem Restaurant mit einem eigenständigen Konzept verbringen können. So, wie bei Ricky Saward im Seven Swans in Frankfurt. Dort gibt es nur vegetarische Menüs. Auf den Tisch kommt, was auf rund zwei Hektar Weidefläche im Vordertaunusland wächst. Ein eigener Gärtner kümmert sich um den Anbau auf dem Permakulturhof und wird unterstützt von einer lokalen Behinderten-Werkstatt. Nur wenig Produkte werden zugekauft. Die Herausforderung für den Küchenchef liegt darin, ein Menü aus den Dingen zu gestalten, die eben gerade reif sind und dabei möglichst viel zu verwerten.

Wenn man die Fotos sieht, kann man leider nicht einmal erahnen, wie viel Arbeit und Liebe zum Detail in jedem Gericht steckt. Manches ist bewusst verborgen und verdeckt. Es erschließt sich dem Gast erst beim Essen, die unterschiedlichen Konsistenzen und Zubereitungsarten zu entdecken.

Ein wenig geheimnisvoll ist auch das schmale Haus, in dem das Restaurant beheimatet ist. Empfangen wird man in einer kleinen Bar, die man auch ohne Reservierung besuchen kann. Wenn noch Plätze frei sind, kann man hier einen individuellen Aperitif zu sich nehmen, den einem der Bartender sozusagen nach persönlichem Geschmack mixt. Die Tische stehen in zwei verschiedenen Etagen weiter oben. Es gibt einen schwarzen und einen weißen Raum, angelehnt an die zwei Farben, die Schwäne in ihrem Leben haben können. Ganz hoch oben thront die Küche und die Gäste sind dort jederzeit herzlich willkommen, um sich einmal umzusehen. Dazu gibt es noch einen kleinen Balkon, mit tollem Ausblick auf die Frankfurter Skyline, wo im Sommer der Chefs Table stattfindet. An dem Abend habe ich gleich beschlossen, dass ich im Sommer nochmal kommen muss.






Karotte und Radieschen

Salat mit Fenchel & Weinraute

Mit ein bisschen Glück erwischt man den Tisch mit einem gläsernen Durchblick in die Küche, direkt über einem.

Tomate mit weißem Pfirsich & Mangold

Blumenkohl mit Eigelb & Mirabelle

Kartoffel mit Holunder & Schwarzkohl

Sorbet

Brokkoli mit Wildgewächs & Pflaume

Himbeere mit Beete & Orange Jam

Zum Knabbern: getrocknete schwarze Johannisbeere