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Donnerstag, 4. Februar 2016

Japanische Hochküche beim Kaiseki-Dinner
im MIZU am Tegernsee

Es war ein bisserl wie heimkommen, als ich mich in die Bayerische Oberland Bahn gesetzt habe, um nach Tegernsee zu fahren. Nach der einstündigen Zugfahrt ging es weiter nach Rottach-Egern ins Hotel Bachmair Weissach, um dort ein japanisches Kaiseki im Restaurant MIZU mit Premium Sake-Begleitung des Sake Kontors Berlin zu erleben.

Die japanische Küche besteht nicht nur aus Sushi und Sashimi, leider entsteht bei uns dieser Eindruck, wenn man sich das Angebot entsprechender Restaurants ansieht. Dabei gibt es auch eine Hochküche, deren Augenmerk auf handwerklicher Präzision und geschmacklicher Klarheit liegt. In diesem Stil hat Mitsutoshi Sugiyama in Kyoto gekocht, bis er sich auf die Reise an den Tegernsee gemacht hat, um Küchenchef in der MIZU-Sushi-Bar zu werden. Seitdem zaubert er dort die besten Sushi, die ich in Deutschland je gegessen habe. Trotzdem träumte er davon, uns auch mit der eigentlichen japanischen Küche zu verwöhnen. Seinen Traum konnte er verwirklichen, seit zwei weitere Kollegen aus Japan den Weg nach Bayern gefunden haben.

Und ich kann jetzt ganz einfach meinen Traum verwirklichen, wenn ich wieder excellente japanische Küche erleben will. Ich fahre an den Tegernsee und muss mich dann nur noch entscheiden, ob ich Sushi und das Menü essen will oder vielleicht doch beides? Als besondere kulinarische Bereicherung empfand ich auch die Sake-Begleitung. Die hätte ich beim nächsten Mal auch gerne wieder.


YuTofu (Warmer Tofu mit Ponzu und Japanischen Gewürzen)
Anago Oshi Sushi (Seeaal Oshi Sushi)
Sake-Begleitung: Gekkeikan Sparkling Sake, Kyoto

Hotate Shinjo Wan (Sumashi mit Jakobsmuschel)
Sake-Begleitung: Ichishima Tokubetsu, Niigata

Sashimi vom Yellowfin Tuna und der Dorade
Sake-Begleitung: Hakuro Suishu Tokusen Junmai 60, Yamagata


Matsukaze Ebi Shinjo & Shishito Age Taco Pinchos
(Hähnchen Terrine Garnele und Pimentos in Tempura, Pulpo
in Gurkenrolle mit Chili-Mayonnaise)

Umi Masu Rikyu Yaki (Eismeerforelle gegrillt Rikyu Style)
Sake-Begleitung: Imayotsukasa Tokubetsu, Niigata

Morokoshi Tori Shoniku Yaki (Gegrillte Maispoularde mit Grünem Chili Pfeffer)
Sake-Begleitung: Imayotsukasa Tokubetsu, Niigata

Nigiri 5 Shu (Tajima Beef Flambiert / Bluefin Tuna / Hamachi / Forelle / Botan Ebi)
Sake-Begleitung: Masumi Karukuchi Ki-Ippon, Suwa

Ricotta Pudding Kuromitsu Sauce und Feigen-Sorbet
Begleitung: Masumi Yuzushu, Nagano

Freitag, 4. September 2015

MIZU Sushi-Bar:
Japanische Küche am Tegernsee

Am zweiten Tag unseres Genuss-Wochenendes im Hotel Bachmair Weissach am Tegernsee strahlte die Sonne mit unserer guten Stimmung um die Wette. Wir nutzten das tolle Wetter für einen kleinen Ausflug auf den Wallberg.


 Die Wallbergbahn ist vom Hotel aus in wenigen Minuten erreichbar ist und mit der Gondel hatten wir einen ganz bequemen "Aufstieg". Dort oben erwartete uns ein atemberaubender Anblick und der Tegernsee lag uns in seiner ganzen Pracht zu Füssen.


Am Abend ging es diesmal in das japanische Restaurant MIZU. Darauf habe ich mich ganz besonders gefreut, da es bei uns immer noch etwas Besonderes ist bei einem japanischen Spitzenkoch zu essen. Besonders spannend wird das, wenn es nicht in einer deutschen Großstadt, sondern am beschaulichen Tegernsee passiert. Solche Kombinationen entstehen meist aus dem prallen Leben und so erging es dem Hotelier Korbinian Kohler, als er mit einer Freundin über neue kulinarische Konzepte sprach und sie sofort "Sushi" sagte. Die Suche nach einem geeigneten Küchenchef war schwieriger, als er erwartet hatte.

Es ließ sich einfach kein Koch mit der notwendigen Kompetenz finden. Glücklicherweise hielt er trotzdem an dieser Idee fest und dann kam ihm der Zufall zu Hilfe. Ein Jugendfreund, der mittlerweile in Japan lebt, besuchte ihn und kannte einen geeigneten Koch. Kohler machte sich auf nach Japan, um ihn kennen zu lernen. Alles passte, er wollte ihn einstellen, aber so einfach ist das in Japan nicht. Das japanische Außenministerium schaltete sich ein und wollte überprüfen, ob sie den Spitzenkoch ziehen lassen können. Letztendlich gelang es ihm, die Behörden zu überzeugen, dass seine Absichten ehrlich und seriös sind.

Jetzt stand der Eröffnung eines japanischen Restaurants nichts mehr im Wege. Viel Liebe zum Detail wurde auch in die Räume des MIZU gesteckt. Es gelang eine wunderbare Symbiose aus traditionellen Elementen, regionalen Materialien und fernöstlichem Ambiente. Auch die Lieblingsfarbe des Chefs, orange, durfte einige Akzente setzen.


Der Schwerpunkt der kleinen, feinen Karte liegt auf Sushi und Sashimi. Aber auch Fleisch- und Gemüseliebhaber kommen auf ihre Kosten. Am meisten Spaß macht es in einer kleinen Runde Gleichgesinnter, damit man gemeinsam auswählen und viele verschiedene Gerichte probieren kann. Das haben die Tegernseer schon lange verstanden. Nette Tischrunden, viele in der traditionellen Tracht, haben sich zusammengefunden und es wirkt ganz selbstverständlich. Wir haben es ihnen gleich getan und eine tolle Vielfalt ausprobiert.

Edamame mit Chili
Crispy Calamari mit Wasabimayonnaise
Japanese Martini Dry Cocktail
Gemüse in Tempura mit Tensuyusosse

Nigiri-Sushi mit Lachs, Thunfisch, Saibling, Garnele und Tintenfisch
Mariniertes Ribeye-Steak mit Knoblauchchips
Lauwarmer Spinatsalat mit Erdnuss und mit Sesam

MIZU-Sashimi:
Jakobsmuschel mit Yuzu-Sesam, japanischer Bergpfeffer | Thunfisch mit Miso | Butt mit Limonen-Ingwergelee
Marinierter gegrillter grüner Spargel
Mixed Sashimi mit Jakobsmuschel, Lachs, Thunfisch und Butt

MIZU-Inside Out-Roll mit Rinderfilet und mit gebackener Garnele
Nigiri mit Pulpo und Sake
Spinatsalat mit Sesam
Inside Out-Roll mit Shiitake und Tamago


Mitsutoshi Sugiyama führte viele Jahre ein japanisches Gourmet-Restaurant am Fuße des Bergs Fuji. Er wollte gerne zurück nach Deutschland, wo er bereits in Düsseldorf als Koch gearbeitet hatte. Am Tegernsee fühlt er sich sehr wohl. Die Landschaft erinnert ihn an die Heimat und er liebt das Wasser des Tegernsees. Das japanische Wort für Wasser, Mizu, war auch der Namensgeber für das Restaurant.

Eine besondere Spezialität sind die Sushi mit Saibling aus dem Tegernsee. Mehr Frische geht nicht. Mitsutoshi erklärt uns den Begriff "katsu". Das steht für lebendig und voller Lebenskraft. So empfindet er den heimischen Saibling und verarbeitet ihn sehr gerne. Stolz zeigt er uns seine Messer, die ihn schon sein ganzes Kochleben begleiten. Das eine ist rund 35 Jahre alt und das zweite hat er ungefähr schon genauso lange. Sein Ausbilder hat es ihm geschenkt und vorher auch schon rund 30 Jahre damit gearbeitet.

Es war ein sehr besonderer Abend für mich. Es ist lange her, dass ich Sushi auf diesem hohen Niveau gegessen habe und bin sehr froh darüber, dass das künftig für mich in erreichbarer Nähe bleibt.


Yuzu-Sorbet mit geliertem Sakesüppchen